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Konsequent inkonsequent

Thema: Franziska Giffey tritt als Ministerin ab – ein Versuch, ihren Hals aus der Schlinge zu ziehen.

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Franziska Giffey betreibt ihre Schadensbegrenzung scheibchenweise. Zuerst hatte sie kundgetan, sie wolle ihren in die Diskussion geratenen Doktortitel künftig nicht mehr führen – er definiere nicht, wer sie sei.

Kürzlich hatte ihr die Freie Universität (FU) Berlin dann laut Medienberichten Gelegenheit zur Stellungnahme im zweiten Prüfverfahren ihrer Dissertation gegeben. Vermutlich konnte Giffey jetzt erraten, dass sie den Titel bald los sein wird.

Welche Logik hat es, dass man mit einem erschummelten Doktorhut zwar nicht Bundesministerin sein kann, aber Parteivorsitzende bleiben und Bürgermeisterin werden will?Philipp Ebert, Volontär OM Medien

Der gestern angekündigte Rücktritt ist daher der nächste Versuch, ihren Hals aus der Schlinge zu ziehen. Giffeys Ziel: Sie will für die SPD das Rote Rathaus in Berlin verteidigen und Regierende Bürgermeisterin werden. Deshalb bleibt sie auch als Landesvorsitzende der Sozialdemokraten im Amt. Doch welche Logik hat es, dass man mit einem erschummelten Doktorhut zwar nicht Bundesministerin sein kann, aber Parteivorsitzende bleiben und Bürgermeisterin werden will? Und was sagt das über die Berliner SPD und ihre Vorstellungen vom Wertekanon der Wahlbürger aus? Wenige Monate vor der Bundestagswahl bestand der größte Wert des Ministeramtes für Giffey wohl nur noch darin, es gewissermaßen als Bauernopfer ablegen zu können. Ob sie damit durchkommt?

Eine anderes Fragezeichen steigt über der FU auf. Wie konnte eine Kommission bei der ersten Überprüfung der Dissertation zum Ergebnis kommen, eine Rüge sei gerechtfertigt – wo es doch diese Rüge im Hochschulrecht gar nicht gibt? Ging es darum eine prominente Absolventin zu schützen – oder gar die Reputation der eigenen Universität?

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