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Konflikt auf dem Balkan: Bloß nicht noch ein Krieg in Europa

Thema: Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo verschärfen sich – Eine weitere Eskalation muss verhindert werden. Dafür gibt es durchaus einen Lösungsansatz.

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Relativ unbemerkt von der großen Öffentlichkeit, die sich auf die russischen Angriffe in der Ukraine und deren Auswirkungen fokussiert, spitzt sich auf dem Balkan der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo gefährlich zu. Eine weitere Verschärfung muss unbedingt verhindert werden. Denn das ehemalige Jugoslawien, in dem es zwischen 1991 und 2001 zu verheerenden Völkermorden, Massakern und Kriegsverbrechen mit 200.000 Toten gekommen war, ist immer noch ein Pulverfass mit hoher Explosionsgefahr.

Worum geht es diesmal? Die Serben protestieren vordergründig gegen die Verhaftung eines serbischstämmigen ehemaligen Beamten der Kosovo-Polizei, der nach Darstellung der kosovarischen Behörden Angriffe auf Beamte der dortigen Wahlkommission angeführt hatte. Letztlich suchen aber sowohl die noch im Nord-Kosovo lebenden Serben als auch die serbische Zentralregierung in Belgrad nur einen Vorwand zur Destabilisierung des von ihnen nicht anerkannten Staates. Folge der jüngsten Entwicklungen: Zunächst versetzte Serbien seine Armee in Alarmbereitschaft, dann blockierten paramilitärische Einheiten einen Grenzübergang. Als Reaktion darauf hat Kosovo nun den größten Grenzübergang zum Nachbarland geschlossen.

Paradox: Russland-Verbündeter Serbien will in die EU

Wie immer, wenn es um dauerhaften Frieden in den Nachfolgeländern des einstigen Vielvölkerstaates Jugoslawien geht, ist die Lösung alles andere als einfach. Weil es noch viele ungelöste Konflikte gibt. Weil der Nationalismus weiterhin stark verbreitet ist. Weil es neben den zahlreichen ethnischen Gruppen und regionalen Akteuren auch große Player gibt, die dort agieren. Dazu gehören vorneweg die USA, die EU und nicht zuletzt der serbische Verbündete Russland.

Paradox: Serbien will zwar partout in die EU, fühlt sich Russland aber kulturell eng verbunden und beteiligt sich nicht an den Sanktionen gegen Moskau. In genau diesem Spagat könnte aber auch der Schlüssel liegen. Wenn endlich alle EU-Staaten die Unabhängigkeit des Kosovo anerkennen würden und genau das auch von Serbien verlangt wird – im Gegenzug für eine EU-Mitgliedschaft –, könnte die Diplomatie wieder das Ruder übernehmen.

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