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Konferenz von Lugano: Leider nur gut gemeint

Thema: Einigung bei Konferenz von Lugano – Zum Wiederaufbau der Ukraine ist viel Geld nötig. Doch wer es wie aufbringen soll, ist unklar. Auch wenn die Konferenzteilnehmer das anders sehen.

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Demokratisch, grün, digital verwaltet – und vor allem korruptionsfrei soll die Ukraine nach ihrem Wiederaufbau sein. Darauf haben sich Geberländer, Organisationen und Finanzinstitute in der Erklärung von Lugano geeinigt. Doch wie das bewerkstelligt werden soll, kann niemand so genau beantworten. Denn eines ist bereits jetzt klar: Die Kosten für einen Wiederaufbau des vom Krieg zerrütteten Landes werden von Kiew jetzt schon auf 720 Milliarden Euro geschätzt. Dabei ist noch gar nicht absehbar, wie lange der Krieg überhaupt dauern wird und auch nicht, zu wessen Gunsten er sich entwickelt.

Sicher, es ehrt die Teilnehmer und Initiatoren der Konferenz in der Schweiz, dass sie der tapfer kämpfenden Ukraine unmissverständlich klarmachen, dass die Länder und Organisationen auch nach dem Krieg alles tun werden, um der Ukraine wieder auf die Füße zu helfen. Mehr als Symbolpolitik ist das jedoch nicht. Und diese könnte am Ende sogar Moskau ungewollt in die Karten spielen.

Wer soll die horrenden Summen aufbringen?

Denn: Niemand weiß bislang, wie diese horrenden Summen zum Wiederaufbau der Ukraine angesichts von Inflation, explodierender Energiekosten und der Nachwirkungen der noch immer aktuellen Pandemie geschultert werden können – und schon gar nicht, ob es gelingt, die Korruption im Land dauerhaft auszulöschen.

Doch Russlands Machthaber Wladimir Putin könnte spätestens jetzt glauben, dass es ihm egal sein kann, auf welche Flecken in der Ukraine er seine Bomben wirft. Die westlichen Industriestaaten werden es schon bezahlen. Und so bleibt die Konferenz von Lugano zurzeit nur eines: gut gemeint.

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