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Kommunalwahl: Entscheidungshilfe "Voto" geht in Barßel online

Mit dem "Politik-Navi" gibt die Gemeinde Barßel Wählerinnen und Wählern die Möglichkeit, die Meinung der Kandidatinnen und Kandidaten zu bestimmten Themen kennenzulernen.

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Testlauf: Nils Anhuth und Janina Wlodarczyk gehen die Thesen im Barßeler Voto durch und testen, ob die Entscheidungshilfe reibungslos funktioniert. Foto: Stix

Testlauf: Nils Anhuth und Janina Wlodarczyk gehen die Thesen im Barßeler Voto durch und testen, ob die Entscheidungshilfe reibungslos funktioniert. Foto: Stix

Was der Wahl-o-Mat für Bundes- und Landtagswahlen ist, wird von Dienstag (10. August) an die Online-Plattform Voto für die Kommunalwahl in Barßel sein: Eine Entscheidungshilfe für unentschlossene Wähler. Unter voto.vote/barßel stehen 38 kommunalpolitische Thesen zur Bewertung bereit. "Für die Wählerinnen und Wähler ist das eine einfache Möglichkeit, sich von zu Hause aus mit den Themen zu befassen", sagt Barßels Bürgermeister Nils Anhuth.

Spätestens ab 8 Uhr am Dienstagmorgen können Wählerinnen und Wähler aus Barßel sich darüber informieren, welche Themen die Kommunalpolitik in Barßel bestimmen, ihre eigene Meinung dazu auswählen und mit den Meinungen der zur Wahl stehenden Kandidatinnen und Kandidaten abgleichen. "Eine Gemeinderatswahl ist eine Persönlichkeitswahl", sagt Anhuth. "Deshalb ist für die Wähler interessant zu sehen, mit wem sie die größte Übereinstimmung haben."

„Die grundsätzliche Bereitschaft, an dem Projekt teilzunehmen, war quer durch alle Parteien hoch.“Nils Anhuth, Bürgermeister

54 Kandidatinnen und Kandidaten aus 5 Parteien und 1 Wählergruppe bewerben sich um einen Sitz im Barßeler Gemeinderat. 32 davon hatten bis Montagabend ihre Meinung zu den Thesen in Voto hinterlegt und zum Teil auch mit Statements erläutert. "Ich gehe davon aus, dass bis zur Freischaltung noch einige weitere Kandidaten ihre Antworten einstellen", sagt Janina Wlodarczyk, die das Projekt im Barßeler Rathaus federführend betreut hat. "Die Resonanz der Kandidaten auf das Angebot jedenfalls war positiv, weil es ein Tool ist, das Jung- und Erstwähler anspricht und weil man sich dort gut vorstellen kann", erzählt sie.

"Die grundsätzliche Bereitschaft, an dem Projekt teilzunehmen, war quer durch alle Parteien hoch", bestätigt auch Anhuth. "Ich glaube, dass wir da eine gute Rückmeldung bekommen." Zumal es keine Deadline gibt: Die Kandidatinnen und Kandidaten können auch während der Laufzeit ihre Meinung zu den Thesen eintragen und erläutern. Wlodarczyk jedenfalls hofft, dass auch die noch fehlenden Bewerber um ein Ratsmandat an dem Politik-Navi teilnehmen. "Der Erfolg steht und fällt mit den Einträgen der Kandidaten", sagt sie.

Thesen entstammen aus einem Workshop mit Jugendlichen

Die 38 Thesen im Barßeler Voto decken ein breites kommunalpolitisches Spektrum ab. So kann man beispielsweise der These "Kulturangebote werden in Barßel bereits genug gefördert" voll oder eher zustimmen oder sie in ebenfalls 2 Stufen ablehnen. Und wenn man zu dem Thema keine Meinung hat, kann man den Schieberegler auch auf "Neutral" stellen. Weitere Thesen sind beispielsweise "In Barßel soll es einen Skaterpark geben, auch wenn es dafür keine Fördermittel gibt", "In der Gemeinde Barßel soll großflächig Tempo 30 gelten" oder auch "Unabhängig vom Ergebnis des Bürgerentscheids soll ein neues Rat- und Bürgerhaus gebaut werden".

Die Thesen entstammen zum weitaus größten Teil einem Workshop, in dem Jugendliche sich Gedanken zur Barßeler Kommunalpolitik gemacht und ihre Überlegungen in Aussagen gegossen haben (OM online berichtete). Alle Thesen sind eindeutig, einfach zu verstehen, kommunalpolitisch relevant und ermöglichen eine klare Zustimmung oder Ablehnung. Beigemischt sind auch einige Aussagen, die in allen niedersächsischen Kommunen relevant sind und diskutiert werden. Diese Thesen wurden vom Betreiber der Voto-Plattform, dem Stuttgarter Verein Tomorrow, entwickelt und allen teilnehmenden Kommunen angeboten.

5500 Euro hat die Gemeinde für die Teilnahme an Voto ausgegeben. Ob das Projekt ein Erfolg wird lässt sich nach Ansicht des Bürgermeisters nur schwer vorhersagen. "Es wird kaum zu messen sein, welchen Einfluss Voto auf die Wahlbeteiligung hat", sagt er. "Wenn wir aber sehen, dass viele Leute das nutzen, dann ist das schon viel wert." Voto ist noch bis zur Wahl am 12. September online.


Fakten

  • Das Barßeler Voto ist ab Dienstag (10. August) unter voto.vote/barßel zu erreichen. Die Gemeinde weist ausdrücklich auf die Verwendung des in URLs unüblichen Buchstabens "ß" hin.
  • Voto ist kostenfrei, Nutzer müssen keinerlei persönliche Daten angeben.
  • Die Entscheidungshilfe bleibt bis zum Wahltag (12. September) online.

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