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Kommunalpolitiker verdienen großen Respekt

Thema: Bürgerinnen und Bürger haben am 12. September die Qual der Wahl bei der Abstimmung über Räte und Kreistage. Und das, obwohl das ehrenamtliche Engagement seit Corona eher rückläufig ist.

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In gut 2 Wochen finden in Niedersachsen die Kommunalwahlen statt. Auch im Oldenburger Münsterland bewerben sich zahlreiche Frauen und Männer um Mandate in den Stadt- beziehungsweise Gemeinderäten und/oder Kreistagen. Es ist ein großes Glück für die Wahlberechtigten, dass sie am 12. September im Gegensatz zur Abstimmung über den Bürgermeister in vielen Kommunen überhaupt noch eine Auswahl haben. Denn als vor Monaten die Kandidatensuche begann, stellten nicht wenige Vorsitzende von örtlichen Parteien und Wählergruppen fest, dass nicht leicht sein würde, Bewerberinnen und Bewerber zu finden.

Das hat viele Gründe. Einer dürfte sein, dass die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, bei vielen Menschen spürbar nachgelassen hat. Bei manchem gewiss aus Frust zum Beispiel aufgrund zu wenig gezollter Anerkennung oder vielleicht inzwischen viel zu vielen Auflagen und Vorgaben; bei anderen, weil ein solches Engagement mit der eigenen „Work-Life-Balance“ leider so gar nicht kompatibel ist.

„Wer sich kommunalpolitisch engagiert, der braucht mitunter eine hohe Frustrationsgrenze.“Klaus-Peter Lammert

Klar ist: Wer sich kommunalpolitisch einbringt, braucht mitunter eine hohe Frustrationsgrenze, und, ebenso wichtig, der kann diese Aufgabe nicht mal eben im Vorübergehen erledigen. Gerade dieses Engagement erfordert einen hohen zeitlichen und persönlichen Einsatz, weil es neben der Teilnahme an diversen Sitzungen unumgänglich ist, sich in verschiedene Themen intensiv einzuarbeiten.

Kandidaten verdienen Respekt für ihre Bereitschaft zum politischen Engagement

Umso mehr Respekt verdienen all diejenigen, die sich trotzdem auf die Listen haben setzen lassen und damit ihre Bereitschaft signalisieren, für die Allgemeinheit arbeiten zu wollen. Zumindest die, die wenigstens schon eine Wahlperiode dabei sind, wissen, dass dieses Engagement zumindest zeitweise alles andere als vergnügungssteuerpflichtig ist. Denn da die Rats- und Kreistagsmitglieder quasi tagtäglich Kontakt mit den Bürgern haben, müssen sie sich der Kritik oft direkt stellen, manchmal auch im Supermarkt oder auf dem Sportplatz oder bei Feiern. Und nicht immer geht es dabei wirklich sachlich zu.

Zu wünschen bleibt all denen, die am 1. November in den Kommunalparlamenten ihre Arbeit aufnehmen, dass ihrer Tätigkeit das angemessene Maß an Respekt entgegengebracht wird, ohne dass das heißen soll, es darf nur noch kollektives Schulterklopfen geben.

Denn sonst könnte sich der verhängnisvolle Trend fortsetzen, dass sich kaum noch Menschen finden, die sich aktiv in die unmittelbarste Form der Politik, eben die Kommunalpolitik, einbringen möchten. Die Demokratie im Land würde, auch wenn „nur“ die lokale Ebene betroffen wäre, erheblichen Schaden nehmen.

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