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Knick im Weg zum Kanzleramt

Thema: Die bayerische Corona-Panne - Nur wer Corona kann, kann auch Kanzler. Dieser Spruch könnte für Söder jetzt zum Eigentor werden.

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Mit Volldampf in eine der vielen Corona-Abgründe gestürzt: Bislang profilierte sich Markus Söder als souveräner Selbstläufer, der das Virus scheinbar beherrscht und dem Volk in turbulenten Zeiten den richtigen Weg weist. So ganz nebenbei führte der Weg auch in Richtung Kanzleramt. Völlig unbeabsichtigt natürlich.

Dabei hatte er sich doch jüngst selbst mit seinem Kommentar entlarvt: Nur wer Corona kann, kann auch Kanzler. Es sind keine großen Interpretationen erforderlich, um zu erkennen, wen er damit gemeint haben könnte. Wie auch immer: Sein Krisenmanagement der letzten Monate manövrierte Söder in die Favoritenrolle auf der Kandidatenliste um die Merkel-Nachfolge.

Doch die Tücken der Pandemie haben dem bislang   makellosen Corona-Manager eine fette Schramme verpasst und für einen Knick im Weg gesorgt. Die bayerische Panne in der Corona-Testung ist keine Kleinigkeit, die mal passieren darf. Nein, das darf nicht passieren, vor allem nicht in dieser hochsensiblen Phase: Das Virus verzeiht keine Fehler.

Söder offenbar schon. Seine Gesundheitsministerin Melanie Huml hatte ihren Rücktritt angeboten, der Landesvater lehnte ab. Nicht in erster Linie ein fairer Zug der söderschen Großzügigkeit, sondern auch eine taktisch kluge und überlegte Entscheidung. Die Ressortchefin als Bauernopfer, um sich selbst als potenziellen Kanzler-Kandidaten zu schützen: Diesen Vorwurf hätte er auch nachhaltig nicht entkräften können - ob berechtigt oder nicht.

Kann Söder trotz dieses Desasters noch Kanzler? Natürlich. Auch angesichts der Mitbewerber, die offenbar in der Versenkung verschwunden sind. Armin Laschet war nie ein ernstzunehmender Kandidat, Jens Spahn, der in jüngster Zeit an Kontur gewonnen hat, kämpft aktuell an allen Corona-Fronten und vrliert dabei wertvolle Punkte. Bleiben noch Norbert Röttgen und Friedrich Merz, die sich ohne Amt kaum profilieren können. Letzterer wartet vermutlich in Lauerstellung in der Hoffnung, dass die Krise einen versierten Wirtschaftsexperten fordert. Durchaus ein starkes Argument.

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