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Klo des Planeten: Staaten müssen beim Meeresschutz handeln

Thema: Die Menschheit hat die Meere in den vergangenen Jahrzehnten vermüllt und verschmutzt. Eine UN-Konferenz soll ihren Schutz auf neue Füße stellen. Zweifel sind angebracht.

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Der portugiesische Wirtschaftsminister spricht Klartext: Man habe  die Meere in die Klos des Planeten verwandelt. Es sei an der Zeit, Nein zu sagen, erklärte er im Vorfeld der UN-Meereskonferenz. Die Analyse ist leider richtig. Millionen Tonnen Plastikmüll landen Jahr für Jahr in den Ozeanen. Hinzu kommen die Folgen der Erderwärmung, der Eintrag von Schadstoffen und die Überfischung.

Es ist mal wieder "5 vor 12". Und angeblich haben die Politiker den Ernst der Lage erkannt. Selbst die Ukraine und Russland, also Länder, die miteinander im Krieg liegen, wollen beim Meeresschutz an einem Strang ziehen – heißt es.

Ist das zu glauben? In den Strategiespielen der Weltmächte kommt den Ozeanen eine wachsende Bedeutung zu. Das Interesse an den Schätzen, die unter dem Meeresboden schlummern, führt in der Arktis bereits zu einem Wettlauf zwischen Russland und dem Westen. Die Aussicht auf Eisfreiheit weckt eher neue Begehrlichkeiten, als dass sie aufrüttelt.

Die UN hat sich dennoch ehrgeizige Ziele gesetzt. In den nächsten 8 Jahren sollen 30 Prozent der Ozeane unter Schutz stehen. Derzeit sind es weniger als 3 Prozent. Das Problem: Umsetzen sollen die Länder die Maßnahmen ausschließlich freiwillig. Das stellt die Wirksamkeit der Beschlüsse von Anfang an infrage.

Trotzdem lenkt die Konferenz den Blick auf eine schleichende Katastrophe, die noch immer zu wenig Beachtung findet. Einzelne Länder, darunter Deutschland, sollten vorpreschen und sich als Vorreiter beim Meeresschutz erweisen. Am Ende wird es der Menschheit aber nur gemeinsam gelingen, das Ruder herumzureißen.

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