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Klimaaktivisten in Lützerath: Zeichen setzen geht anders

Thema: Demonstration in Lützerath – Aktivistin Luisa Neubauer wirft der Polizei eine Unverhältnismäßigkeit im Umgang mit den Protestierenden vor. Doch das einzig unverhältnismäßige ist ihre Kritik.

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Schwere Abrissmaschinen fressen sich in den Weiler und so langsam muss auch dem letzten Aktivisten klar werden: Der Ort Lützerath ist verloren. Das hinderte die Demonstranten jedoch nicht daran, sogar die eigenen Gliedmaßen einzubetonieren. Klar, mit solchen Aktionen wollen die Aktivisten ein Zeichen setzen und die Räumung verlangsamen, denn für sie steht fest: Die Politik hat den Klimaschutz verraten. 

Doch geht es bei den Protesten wirklich nur darum, sich Gehör zu verschaffen? Wenn zum Beispiel Fridays-For-Future-Aktivistin Luisa Neubauer der Polizei ein unverhältnismäßiges Vorgehen vorwirft, ist das nicht nachvollziehbar. So erklärte ein Polizeisprecher, die Teilnehmer seien auf dem Weg zur Tagebauabbruchkante gewesen. Dies sei gefährlich und habe verhindert werden müssen.

"Natürlich ist es angebracht, für den Klimaschutz zu demonstrieren. Aber das, was in Lützerath geschieht, ist unverhältnismäßig."Meike Wienken

Natürlich ist es immer einfach, die Polizei als "Staatsdiener" und damit als schwächstes Glied im Regierungsapparat für die Misere mitverantwortlich zu machen. Doch die Einsatzkräfte erledigen auch nur ihren Job und können sich vermutlich Besseres vorstellen, als in Wind und Dreck für die Sicherheit der Protestierenden zu sorgen und sich zum Dank auch noch beschuldigen zu lassen. Und auch, wenn es die Demonstranten nicht hören wollen, dem Energiekonzern gehört die Ortschaft. 

Natürlich ist es angebracht,  für den Klimaschutz zu demonstrieren, schließlich ist Eile geboten. Aber das, was in Lützerath geschieht, ist unverhältnismäßig. Der Ort ist längst geräumt und nicht erst seit diesen Tagen verloren. Statt überzogenem Protest müssen konkrete Lösungen her sowohl aus Politik und Wirtschaft als auch der Gesellschaft.

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