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Kinderärzte warnen vor Verschlechterung der Versorgung

Eltern suchten schon jetzt verzweifelt nach Terminen für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen. Ärztinnen und Ärzte stünden wegen der großen Zahl an Behandlungen unter enormen Zeitdruck.

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Ein Stethoskop und Kinderspielzeug liegen in einer Kinderarztpraxis auf einem Tisch. Foto: dpa/Pedersen

Ein Stethoskop und Kinderspielzeug liegen in einer Kinderarztpraxis auf einem Tisch. Foto: dpa/Pedersen

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Versorgung von jungen Patientinnen und Patienten in Niedersachsen. Eltern suchten schon jetzt verzweifelt nach Terminen für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen, teilte der BVKJ-Landesverband am Dienstag in Göttingen mit. Ärztinnen und Ärzte stünden wegen der großen Zahl an Behandlungen unter enormen Zeitdruck. Die Situation werde sich durch die Abschaffung der Neupatientenregelung weiter verschärfen, befürchtet der Verband.

Hintergrund sind Pläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zum Ausgleich eines Milliardenlochs bei den gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr. Bestandteile des geplanten Finanzpakets sind unter anderem ein zusätzlicher Bundeszuschuss von 2 Milliarden Euro, ein Abbau von Finanzreserven bei den Kassen, ein Beitrag der Pharmaindustrie sowie der Wegfall einer Extra-Honorierung für Neupatienten in Praxen. Der Verband der Kinder- und Jugendärzte ruft neben seinen Mitgliedern auch Eltern zur Teilnahme an einer an diesem Mittwoch startenden bundesweiten Protestwoche auf.

"Obwohl sich 2020 in Niedersachsen landesweit 70 neue Kinder- und Jugendärzt:innen ohne Gegenfinanzierung durch die Krankenkassen niederlassen konnten, ist die flächendeckende Versorgung von Kindern und Jugendlichen nicht mehr sichergestellt", sagte der BVKJ-Landesverbandsvorsitzende Tilman Kaethner. Medizinische Fachangestellte (MFA) wanderten zunehmend in andere Arbeitsgebiete ab, was zu einer weiteren Verschlechterung der Lage führe. Zudem müsse eine durchschnittliche Kinder- und Jugendarztpraxis inzwischen 30 Prozent ihrer Arbeitszeit für "unsinnige Bürokratie" aufwenden.

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