Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Keine Zeit für Experimente bei der Verteidigung

Thema: Pistorius soll auf Lambrecht folgen – Auf den ersten Blick scheint die Personalie Boris Pistorius logisch zu sein. Doch Kanzler Olaf Scholz geht auch ein großes Wagnis ein.

Artikel teilen:

Boris Pistorius soll neuer Bundesverteidigungsminister werden. Mit dieser Personalie hat niemand gerechnet. Die Entscheidung von Olaf Scholz, den Niedersachsen nach Berlin zu beordern, lässt sich deshalb als gewagtes Husarenstück lesen.

Zum einen beweist der Kanzler einmal mehr, dass er sich nicht von irgendeiner öffentlichen Meinung beeinflussen lässt und auch beim Thema Parität seine Prinzipien bereit ist über Bord zu werfen, wenn er es für richtig hält. Zum anderen präsentiert Scholz einen Politiker, der in seiner schon 10-jährigen Karriere als Innenminister eines Bundeslandes durchaus bewiesen hat, dass er Sicherheitspersonal wie die Polizei und ein Ministerium zu führen vermag. Pistorius ist dafür bekannt, sich vor sein Personal zu stellen, was ihm einen guten Ruf innerhalb der Sicherheitskräfte beschert hat. Das sollte ihm als neuer Chef der Bundeswehr auch bei der Truppe zugutekommen.

"(...) ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro richtig in der marode gewirtschafteten Bundeswehr zu verteilen, ist eine besonders undankbare Mammutaufgabe."Max Fuhrmann

Ob es der ehemalige Oberbürgermeister Osnabrücks allerdings versteht, ein Bundesministerium zu leiten, muss sich erst noch zeigen. Auf dem Gebiet der Verteidigung ist Pistorius nämlich gänzlich unerfahren. Und ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro richtig in der marode gewirtschafteten Bundeswehr zu verteilen, ist eine besonders undankbare Mammutaufgabe.

Es hätte wohl besser qualifiziertes Personal wie etwa die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, gegeben, um das Schleudersitzministerium zu führen. Und so wird sich auch der Kanzler an der Personalie Pistorius messen lassen müssen, die ad hoc funktionieren muss. Denn Lambrecht hat gezeigt: Die Zeit für Experimente ist in Zeiten des Krieges längst vorbei.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Keine Zeit für Experimente bei der Verteidigung - OM online