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Kein Hirngespinst

Thema: Die Grünen wollen ins Kanzleramt - Wie erfolgreich die politische Premiere sein wird, hängt auch vom Verlauf der Corona-Pandemie ab.

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Niemand belächelt mehr die Pläne der Grünen, einen eigenen Kanzlerkandidaten aufzustellen. Wohl wissend, dass das ungewohnte Streben in die Machtzentrale keineswegs ein ökologisch geprägtes Hirngespinst der früheren Protestpartei ist. Erstmals in der Geschichte gehen die Grünen mit einem eigenen Bewerber ins Rennen.

Verantwortlich für das neue Selbstbewusstsein sind in erster Linie die beiden Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck, die für hohe Zustimmungswerte in der Bevölkerung sorgen. Doch wenn auch beide als Spitzenduo in den Bundestagswahlkampf ziehen wollen, bleibt die Frage, wer es am Ende richten soll.

Geklärt wird die personelle Entscheidung nicht etwa im Vorstand oder während des Parteitages. Das machen die beiden Hoffnungsträger unter sich aus. Mal abgesehen davon, dass die Gremien die Entscheidung formell bestätigen müssen, ist die Strategie clever, sich zunächst im vertrauten Zweiergespräch zu einigen. Ein zerstrittenes Erfolgsduo wäre fatal.

"Eine Quote kann es in der Frage der Kanzlerkandidatur nicht geben."Julius Höffmann, Chefredakteur MT

Doch wer wird es werden? Baerbock, weil sie qualifiziert und eine Frau ist, oder Habeck, weil er souverän agiert und als charmanter Frontman vor allem bei den Wählerinnen gut ankommt.

Eine Frage des Geschlechts? Sicher nicht, denn eines ist den Grünen klar: Eine Quote kann es in der Frage der Kanzlerkandidatur nicht geben.

Wie erfolgreich die politische Premiere sein wird, hängt auch vom Verlauf der Pandemie ab. Sollte die CDU weiter abstürzen, ist ein Linksbündnis oder eine grün-schwarze Koalition nicht undenkbar. Und damit ein(e) grüne(r) Kanzler(in).

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