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Kein Grund zur Zufriedenheit

Thema: Tarifabschluss der Länder – 2,8 Prozent Lohnerhöhung klingt nach mehr, als es ist. Denn der Aufschlag wird erst Ende 2022 fällig und gleicht noch nicht einmal die Inflation des Jahres 2021 aus.

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Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Bundesländer bekommen ab Dezember kommenden Jahres 2,8 Prozent mehr Lohn. Hinzu kommt eine steuer- und abgabenfreie Einmalzahlung von 1300 Euro, die bis spätestens März 2022 ausgezahlt sein soll. Mit dem Ergebnis können nur die Finanzminister der Länder zufrieden sein. Aufseiten der Arbeitnehmer sieht es anders aus. Noch nicht Verdi-Chef Frank Werneke wollte den Tarifabschluss als Erfolg verkaufen. Gerade mal zu einem "respektabel" konnte er sich durchringen, Lehrervertreter sind "nicht glücklich".

Aus gutem Grund, wenn man sich die Ergebnisse anderer, kürzlich erfolgter Tarifverhandlungen anschaut. Im Groß- und Außenhandel gab es zum 1. Oktober 3 Prozent und zum 1. April weitere 1,7 Prozent Aufschlag, ähnlich sieht es im Einzelhandel aus. Beschäftigte im Schlosserhandwerk in NRW bekamen zum 1. November 2,8 Prozent mehr, weitere 2,2 Prozent gibt es im kommenden Jahr. Bei der Bahn hat es im September 3,3 Prozent in zwei Stufen gegeben.

Die Unzufriedenheit hat noch einen weiteren Grund: Erstmals seit 1992 lag die Inflation in Deutschland über 5 Prozent, zum fünften Mal in Folge liegt sie weit über der von der Europäischen Zentralbank angepeilten 2-Prozent-Marke. Auf das Gesamtjahr bezogen rechnen Experten inzwischen mit einer Inflationsrate von rund 3 Prozent. Das heißt, die Ende 2022 greifende Lohnerhöhung wird noch nicht einmal die Inflation des Jahres 2021 ausgleichen. Die Beschäftigten der Länder müssen also einmal mehr einen realen Kaufkraftverlust hinnehmen. Das ist ein Ergebnis, mit dem weder der Sozialstaat noch die Gewerkschaften zufrieden sein können.

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