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Kein Gesundheitshaus im Böener Apfelgarten

Eine Heilpraktikerin wollte am Ortsrand eine Praxis errichten. Nach Protesten aus der Landwirtschaft hat sie das Vorhaben zurückgezogen.

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Vom Tisch: Im sogenannten Apfelgarten in Böen wird kein Gesundheitshaus entstehen. Foto: Siemer

Vom Tisch: Im sogenannten Apfelgarten in Böen wird kein Gesundheitshaus entstehen. Foto: Siemer

Die vom Löninger Stadtrat mit dem Überweisen an den zuständigen Ausschuss in Gang gesetzten Beratungen für eine Innenbereichssatzung für einen Teil des Löninger Ortsteils Böen haben sich vor der ersten Diskussionen bereits erledigt. Denn die Löninger Unternehmerin, die am Rande Böens am Westerhoffweg im dortigen Apfelgarten von einer Landwirtsfamilie ein Grundstück kaufen wollte, um dort ein „Gesundheitshaus“ zu bauen, hat ihre Pläne zurückgezogen.

Damit dürfte sich auch der Antrag der UfL-Fraktion für die Überplanung des Bereichs zwischen dem Westerhoffweg und der Menslager Straße für einen großen Teil von Alt-Böen erledigt haben. In einem Gespräch mit OM online bedauerte die Heilpraktikerin den Streit, der durch die Idee zum Bau des Gesundheitshauses an dieser Stelle entstanden sei. Auf keinen Fall sei es ihre Absicht gewesen, dass Landwirte in ihren Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt werden: „Sie sollen weiterhin alle Reche über ihren Besitz haben“. Ihre Absicht, das Vorhaben schon im Herbst in einem persönlichen Gespräch mit den Landwirten vorzustellen, habe sie wegen der sich stetig weiter verschärfenden Corona-Vorschriften leider nicht umsetzen können, bedauert sie. Sie habe sich gemeinsam mit der UfL nach Gesprächen über die entstandene Situation entschieden. betont die Heilpraktikerin.

Die UfL-Fraktion hatte sich das Anliegen der Heilpraktikerin in einem politischen Antrag zu eigen gemacht, nachdem sowohl die Kreisverwaltung als auch die Stadtverwaltung die private Bauvoranfrage auf dem Grundstück im Außenbereich abgelehnt hatten. Die UfL verweist auf den Ausbau der gesundheitlichen Infrastruktur und sieht das Projekt „als ideales Vorhaben und eine Bereicherung für den Standort Löningen“. Der Antrag hatte vor allem bei den betroffenen Landwirten für erhebliche Unruhe gesorgt. „Wir können und werden nicht zulassen, dass ein solches Gebäude unsere bestehenden und mögliche zukünftige landwirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten einschränkt“, erklärte einer der Betroffenen im Gespräch mit OM online.

Sauer ist der Betroffene auch über das Vorgehen des Vorstandes der Dorfgemeinschaft Böen. Der hatte in einem „Unterstützungsbrief“ öffentlich erklärt, das er den Bau ausdrücklich unterstützt und sich wünscht, dass der Rat der Stadt dieses Projekt ermöglicht. Es sollte doch selbstverständlich sein, dass die Interessenvertretung aller Böener die unmittelbar betroffenen Dorfbewohner zuerst einmal informiert und fragt, was sie denn von den Plänen und den Folgen halten, kritisiert der Landwirt.


Kommentar zum Thema von Willi Siemer (Reporter):

Mehr miteinander reden

Mehr reden und zwar miteinander und nicht über die Köpfe der unmittelbar Betroffenen und ihrer Existenzgrundlagen hinweg, das ist eine der Erkenntnisse, die sowohl die UfL wie auch der Vorstand der Dorfgemeinschaft sich ins Stammbuch schreiben lassen müssen. Da macht sich die Fraktion auch als Zeichen der Kritik an der Verwaltung den Antrag einer Bauinteressentin zu eigen und beantragt eine Überplanung, ohne dass sie die leiseste Ahnung von den Konsequenzen hat, vor allem aber, ohne mit den betroffenen Landwirten zu reden. Das Gespräch mit den eigenen Leuten wäre auch ureigenste und erste Aufgabe des Dorfvorstands gewesen, bevor Empfehlungsschreiben verfasst werden.

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