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Kein Geld den Taliban

Thema: Taliban treten in Afghanistan die Rechte von Frauen mit Füßen – Zumindest die westlichen Staaten sollten reagieren und das Regime weder finanziell unterstützen noch es diplomatisch anerkennen.

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Kurz nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan hatten Optimisten noch geglaubt, die neuen Herrscher würden Frauenrechte zumindest nicht allzu sehr beschneiden. Mit Äußerungen in diese Richtung hatten die radikalen Islamisten das auch noch befeuert. Doch nur wenige Wochen später zeigt sich, dass sich am für den aufgeklärten Europäer erschreckenden Frauenbild der Taliban in den vergangenen Jahrzehnten nichts geändert hat. Sie haben die Frauen längst degradiert, versagen ihnen etwa den Zugang zu höheren Schulen und damit zur Bildung. Aus Sicht der Machthaber ist das ein logischer Schritt, denn je gebildeter die Frauen sind, desto eher werden sie gegen jede Form der Unterdrückung aufbegehren. 

Die jetzige Politik in Afghanistan ist aber nicht nur ein Schlag ins Gesicht all der Frauen, die in dem Land nicht nur leben, sondern vor allem auch selbst bestimmt leben wollen, sondern auch in das derjenigen Politiker, die schon darüber nachsinnen, das neue Regime finanziell zu unterstützen und wohl möglich anzuerkennen. 

Das wäre grundlegend falsch, weil es die Taliban darin bestärken wird, die Frauen weiter zu unterdrücken, ihnen die Rechte zu verwehren, die ihnen auch im Afghanistan des Jahres 2021 zustehen. Nein, der Geldhahn muss abgedreht bleiben. Diplomatische Beziehungen müssen ein Tabu bleiben, so lange die Machthaber in Kabul sich so gebärden wie im Moment. Die Weltgemeinschaft sollte lediglich Organisationen finanziell fördern, die gezielt den Menschen vor Ort etwa mit Lebensmitteln helfen, um sie vor einer Hungersnot zu bewahren. Es wird dabei Staaten wie China geben, die ausscheren und um des eigenen Vorteils Willen die Taliban unterstützen werden. Doch dass diese Hilfe allein dem Regime in Kabul langfristig hilft, darf getrost bezweifelt werden. 

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