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Katholiken auf Reformkurs: Synodalversammlung in Frankfurt

Nach einer langen Corona-Pause nimmt der Reformprozess in der katholischen Kirche in Deutschland wieder Fahrt auf. In Frankfurt diskutiert die Synodalversammlung Vorschläge zur Erneuerung.

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Georg Bätzing, Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Georg Bätzing, Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Die Synodalversammlung, das zentrale Gremium des derzeitigen Reformprozesses der katholischen Kirche in Deutschland, tritt am Donnerstag in Frankfurt/Main zum zweiten Mal zusammen.

Wegen der Corona-Pandemie war die Synodalversammlung zweimal verschoben worden. Unter strengen Hygienebedingungen findet sie nun in der Frankfurter Messe statt. Ziel des Prozesses ist es, die Kirche in wesentlichen Punkten zu erneuern.

Reformvorschläge zu vier grundlegenden Themen

Die Synodalversammlung zählt 230 Mitglieder: die 69 deutschen Bischöfe, 69 Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) - dies ist die Vertretung der Laien, also der Nicht-Kleriker - und 92 Vertreter verschiedener katholischer Berufsgruppen. Sie behandelt vier Themenfelder: die Position der Frau in der Kirche, den Umgang mit Macht, die katholische Sexualmoral und die priesterliche Ehelosigkeit (Zölibat). Die vier Themen sind jeweils einem Forum zugeordnet, das den Komplex bearbeitet. Jedes Forum hat für seinen Bereich Reformvorschläge ausgearbeitet.

«Wir werden über die vorliegenden Texte der Foren beraten», sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, der Deutschen Presse-Agentur. «Es gibt viele Änderungswünsche. Darüber wird abgestimmt und dann gehen die Texte zur Weiterarbeit in die Foren zurück. Es geht also um erste Weichenstellungen, noch nicht um endgültige Beschlüsse.»

"Im Vatikan hat man sehr wohl erkannt, dass sich etwas ändern muss."Thomas Sternberg, Präsident Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Konservative Kritiker des Synodalen Wegs wie der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer werfen den Reformern vor, dass der ganze Prozess zum Scheitern verurteilt sei, weil der Vatikan am Ende doch keine wesentlichen Änderungen mittragen werde. ZdK-Präsident Thomas Sternberg sagte dazu der dpa: «Es gibt Fragen, die lassen sich in der Tat nur zusammen mit Rom klären. Wir setzen auf die Erkenntnis, die ja dort längst da ist, dass die Zeichen der Zeit erkannt werden. Im Vatikan hat man sehr wohl erkannt, dass sich etwas ändern muss.»

Daneben gebe es aber auch Reformen, die die deutschen Katholiken eigenverantwortlich durchsetzen könnten, ohne dabei gegen Kirchenrecht zu verstoßen. «Machtstrukturen lassen sich ändern», sagte Sternberg. Engagierte Gläubige dürften in den Gemeinden künftig nicht nur beratend tätig sein, sondern müssten stärker an der Leitung beteiligt werden. «Frauen müssen verstärkt gefördert werden und auch Leitungspositionen in der Kirche bekommen», forderte Sternberg. «Die Vielfalt der Lebensformen muss gesehen und anerkannt werden. Der Segen für gleichgeschlechtliche Paare, den es ja längst gibt, sollte selbstverständlich werden.» Eben das aber hatte der Vatikan kürzlich noch ausdrücklich verboten.

Auslöser für den Synodalen Weg war der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. «Wer Missbrauch künftig verhindern will, muss Strukturen ändern», sagte Sternberg. «Da kann man nicht an der Oberfläche der Dinge bleiben.»

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