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Kassenärzte: Geduld bei Vereinbarung von Impfterminen

Fast die Hälfte aller Bürger in Niedersachsen hat inzwischen die erste Corona-Impfung erhalten. Nun können sich alle Menschen ab zwölf Jahren anmelden - der Andrang ist groß.

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Symbolfoto: dpa

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Seit Montag können sich alle Menschen ab zwölf Jahren auch in Niedersachsen für eine Corona-Impfung anmelden. Wie das niedersächsische Gesundheitsministerium mitteilte, wird die Impfpriorisierung nicht nur bei den Hausärzten, sondern auch in den Impfzentren aufgehoben. Am Sonntagabend hatte mit 46,1 Prozent fast die Hälfte aller Menschen in Niedersachsen eine erste Impfung erhalten.

Einige Kinderärzte im Land lehnen es aber noch ab, mit dem Impfen der 12- bis 16-Jährigen zu beginnen, solange die Ständige Impfkommission (Stiko) dazu bisher keine klare Empfehlung gibt. Bisher ist für Kinder hierzulande nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer zugelassen. Die Stiko hatte bereits mehrfach angedeutet, dass sie möglicherweise keine allgemeine Impfempfehlung für alle Kinder geben will, sondern nur für solche mit Vorerkrankungen.

In Niedersachsen hatte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Freitag betont, alle Bürger, die noch auf der Warteliste stehen, hätten ihren Impfplatz weiterhin sicher. Die Abarbeitung der Listen und die Impfung der zuvor mit höherer Priorität eingestuften Gruppen werde noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

Chronisch Kranke hören nur Besetz-Zeichen

Die niedergelassenen Mediziner in Niedersachsen haben am Montag zu Geduld bei der Vereinbarung von Corona-Impfterminen aufgerufen. «Wenn die Telefonleitungen zu den Arztpraxen ständig belegt sind und die E-Mail-Postfächer überlaufen, kommen andere Patienten, zum Beispiel solche mit einer chronischen Erkrankung, nicht mehr durch», sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Detlef Haffke, der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Die Bürgerinnen und Bürger sollten sich nicht direkt alle in dieser Woche an die Praxen wenden, sondern es im Laufe des Monats versuchen.

Belastet sehen sich die niedergelassenen Ärzte laut Haffke nicht vom Impfaufwand selbst, sondern vor allem wegen der Vereinbarung der Termine. Die Kommunikation mancher Bürgerinnen und Bürger mit den Praxispersonal habe in den vergangenen Wochen absurde Züge angenommen. Haffke rief dazu auf, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Praxen «nicht so hart ins Gericht zu gehen».

Ohnehin stünden den Praxen bislang nur eine relativ geringe Menge an Impfstoff zur Verfügung. Pro Praxis könnten in Niedersachsen in einer Woche von der Impfstoffmenge her derzeit rund 50 Menschen erstgeimpft werden, sagte Haffke. Die Abarbeitung der Listen und die Impfung der zuvor mit höherer Priorität eingestuften Gruppen werden noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Auch in Niedersachsens Impfzentren und in vielen Betrieben können sich seit diesem Montag alle Menschen ab 12 zu einer Corona-Impfung anmelden.

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