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Kardinal Woelki räumt eigene Fehler ein

Das jüngst veröffentlichte Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen entlastet Kardinal Woelki. Dieser aber dennoch Fehler bei sich. Er hätte mehr tun können und müssen, so der Kardinal.

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"Ich hätte nicht nach Rom melden müssen, aber ich hätte es tun können und auch tun sollen", so Kardinal Rainer Maria Woelki. Foto: dpa/Berg

"Ich hätte nicht nach Rom melden müssen, aber ich hätte es tun können und auch tun sollen", so Kardinal Rainer Maria Woelki. Foto: dpa/Berg

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat eigene Fehler im Umgang mit mutmaßlichen Missbrauchstätern eingeräumt. So habe er im Fall des mutmaßlichen Missbrauchstäters O. zwar seine rechtliche Pflicht erfüllt, aber er frage sich trotzdem, ob er «alles Menschenmögliche» zur Aufklärung getan habe, sagte Woelki am Dienstag in Köln.

"Das habe ich nicht getan. Ich hätte nicht nach Rom melden müssen, aber ich hätte es tun können und auch tun sollen." Der inzwischen gestorbene Priester O. soll Ende der 70er Jahre einen Kindergartenjungen missbraucht haben.

Woelki nannte auch den Fall eines anderen Priesters, der in den 90er Jahren schwersten Missbrauch an Kindern begangen habe. Hier hätte er den Priester vielleicht früher suspendieren sollen, sagte Woelki. Er bezeichnete dies als "beschämendes Beispiel für meine persönliche Unzulänglichkeit".

Gleichwohl halte er einen Rücktritt nicht für angebracht, sagte Woelki. "Die Probleme würden nach meinem Weggang bleiben. So ein Rücktritt wäre nur ein Symbol, das höchstens für eine kurze Zeit hält."

Woelki räumt "System aus Schweigen, Geheimhaltung und mangelnder Kontrolle" ein

Zudem räumte Woelki "systembedingte Vertuschung" im Erzbistum Köln ein. Das in der vergangenen Woche veröffentlichte Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen gegen Priester habe dies nachgewiesen, sagte Woelki. "Das hätte so nie passieren dürfen", sagte der Chef des größten deutschen Bistums. Deshalb müsse nun "rigoros gehandelt" werden, um dies für die Zukunft zu verhindern.

Woelki räumte "Chaos in der Verwaltung" sowie ein "System aus Schweigen, Geheimhaltung und mangelnder Kontrolle" ein. "Generell fehlte es an Mitgefühl, generell fehlte es an Empathie", konstatierte der Erzbischof.

Aus dem Gutachten hatte sich ergeben, dass aufgrund der noch verfügbaren Akten im Erzbistum Köln mutmaßlich 314 Personen - meist Jungen unter 14 Jahren - Opfer von sexualisierter Gewalt geworden waren. Der Gutachter Björn Gercke stellte fest, "dass sich Jahrzehnte offenbar niemand getraut hat, solche Fälle zur Anzeige zu bringen". Mehreren Verantwortungsträgern des Erzbistums warf Gercke Pflichtverletzungen vor, so dem früheren Personalchef und heutigen Hamburger Erzbischof Stefan Heße und dem 2017 gestorbenen Kardinal Joachim Meisner. Heße hat dem Papst mittlerweile seinen Amtsverzicht angeboten.

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