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Kamper Brücke wird noch lange eine Engstelle bleiben

Der Straßen-, Wege- und Kanalisationsausschuss hat über die Kanalbrücke in Kampe und ein Verkehrskonzept für Thüle beraten. Auch andere Behörden sind involviert, zügige Lösungen sind nicht in Sicht.

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Engstelle: Auf der Kamper Brücke über den Küstenkanal ist kein Platz für Fußgänger und Radfahrer. Die Stadt wird sich darum bemühen, mit den zuständigen Behörden einen Förderantrag für den Bau einer Radwegbrücke zu erarbeiten. Foto: Archiv/Stix

Engstelle: Auf der Kamper Brücke über den Küstenkanal ist kein Platz für Fußgänger und Radfahrer. Die Stadt wird sich darum bemühen, mit den zuständigen Behörden einen Förderantrag für den Bau einer Radwegbrücke zu erarbeiten. Foto: Archiv/Stix

Die Kamper Brücke über den Küstenkanal bleibt für die Stadt, auch wenn sie offiziell gar nicht zuständig ist, ein Dauerthema. Der Straßen-, Wege- und Kanalisationsausschuss hat in seiner Sitzung am Mittwochabend empfohlen, dass die Stadtverwaltung mit der Straßenbaubehörde Lingen, dem Wasserschifffahrtsamt Meppen und dem Landkreis Cloppenburg einen Förderantrag für den Bau einer Radwegbrücke über den Kanal vorbereiten soll.

Die Brücke verbindet Kampe und Kamperfehn. Sie ist so schmal, dass 2 Lkw nur mit Mühe aneinander vorbeikommen. Einen Fuß- und Radweg sucht man vergeblich. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Krone hatte deshalb mit Blick auf ein neu aufgelegtes Förderprogramm des Bundes die Stadt aufgefordert, einen eigenen Antrag zu stellen, bevor eventuell mögliche Zuschüsse verloren gehen. „Mir sind die Verhältnisse bekannt, ich weiß, dass die Brücke und der Grund drumherum nicht der Stadt gehören“, versicherte er. „Aber man soll uns auch nicht vorwerfen können, dass wir nicht alles versucht haben.“

Unterstützung bekam Krone von der SPD-Fraktionsvorsitzenden Renate Geuter. „Man sollte den Versuch wagen, in das Förderprogramm zu kommen“, sagte sie. Allerdings dürfe der Rat nicht die Erwartung wecken, dass eine Antragstellung oder gar eine Umsetzung schnell gehe. „Die Hürden sind hoch“, betonte sie. Schon die Erarbeitung des Antrags sei eine langwierige Angelegenheit, selbst im Erfolgsfall werde sich das Projekt über viele Jahre hinziehen.

Auch für die Verkehrsprobleme in Thüle ist keine schnelle Lösung in Sicht

Ähnlich stellt sich die Lage bei der oft beklagten Verkehrssituation in Thüle dar. Die CDU/FDP-Fraktion hatte beantragt, mit Blick auf den geplanten 3-spurigen Ausbau der B72 ein Verkehrskonzept für die Ortschaften Vordersten Thüle/Pehmertange, Mittelsten Thüle und Thüslfelde zu erstellen, um frühzeitig auf die Ausbauplanungen Einfluss nehmen zu können. „In Thüle gibt es ein hohes Verkehrsaufkommen, da liegt einiges im Argen“, begründete Ratsherr Frank Böckmann (CDU) den Antrag. Insbesondere die Thüler Kirchstraße, der Thüler Ring und die häufigen Staus an der Kreuzung B72/Kurfürstendamm stehen dabei im Fokus.

Renate Geuter machte indes darauf aufmerksam, dass eine Planung durch die Stadt vor der Ausbauplanung für die Bundesstraße nicht sinnvoll sei. „Dann kann uns passieren, dass die übergeordnete Behörde sagt, dass es so nicht geht, weil es mit ihren Planungen nicht kompatibel ist“, sagte sie. Vor allem dürfe man auch hier nicht signalisieren, dass eine schnelle Lösung möglich sei. „Das Grundproblem", so Geuter, "können wir erst mit der B72 lösen.“ Und das könne dauern. Nach Aussage der zuständigen Straßenbaubehörde in Lingen ist mit ersten Entwürfen und Planungen nicht vor 2024/25 zu rechnen.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder, dass die Stadt den Planungsprozess eng begleiten muss, um frühzeitig reagieren zu können, wenn Thüler Belange betroffen sind.

Ausbau der Schützenstraße in Gehlenberg muss neu geplant werden

Noch offen ist auch der Ausbau der Schützenstraße in Gehlenberg. Hier hatten sich die Anlieger dafür ausgesprochen, auf einen Rad- und Fußweg zu verzichten, um die entlang der Straße stehenden Bäume zu erhalten. Zwischenzeitlich hat sich jedoch herausgestellt, dass die Straße möglicherweise keine reine Anliegerstraße, sondern eine „Straße mit erhöhtem innerörtlichen Verkehr“ ist. Der Grund dafür: Die Anwohner anderer Straßen können zu ihren Häusern nur über die Schützenstraße kommen. „Und das sind wohl mehr, als in der Schützenstraße selbst“, erläutert Bauamtsleiter Klaus Sandmann.

In solchen Fällen werden die Ausbaukosten nicht zum größten Teil auf die Anwohner der auszubauenden Straße verteilt, sondern gehen stärker zulasten der Stadt. Das habe, so Sandmann, ein in diesem Zusammenhang aufgetauchtes Gerichtsurteil ergeben. Sollten die Kriterien dieses Urteils auf die Schützenstraße zutreffen, sei allerdings auch der Bau eines Fuß- und Radwegs zwingend. „Dann müssen wir versuchen, den Gehweg zu bauen, ohne Bäume zu fällen“, sagte Sandmann. „Aber das bekommen wir hin.“ Die Stadt wird nun das Urteil genau prüfen, eine neue Planung erstellen und das Ergebnis sowie die neuen Kostenberechnungen auf einer weiteren Anliegerversammlung vorstellen.

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