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Juniorwahlen: Hier geben auch die Jungen ihre Stimme ab

Die Liebfrauenschule lässt auch die Jüngeren wählen. Durch das Projekt des Vereins Kumulus können Schüler der 9. bis 12. Klasse ihre Stimme zur Bundestagswahl abgeben.

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Jung und motiviert: Klassenweise wählen die Schülerinnen. Die Stimmzettel werden bundesweit bis Sonntagabend ausgewertet.  Foto: E. Wenzel

Jung und motiviert: Klassenweise wählen die Schülerinnen. Die Stimmzettel werden bundesweit bis Sonntagabend ausgewertet.  Foto: E. Wenzel

Wählen dürfen sie noch nicht, sie machen es trotzdem – die Schülerinnen der Liebfrauenschule Vechta. Möglich macht es die Juniorwahl. Sie ist bundesweit das größte Projekt zum Erlernen und Erleben von Demokratie. Parallel zu den eigentlichen Wahlen bietet das Projekt Schülern die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. So können auch die "noch zu jungen" Jugendlichen ihre Meinung kundtun – und dabei die Demokratie kennenlernen.

Auf das Projekt des überparteilichen Vereins Kumulus gekommen ist die Schule durch ehemalige Schülerinnen. Sie waren darauf aufmerksam geworden und hatten sich an die Schulleitung gewandt. Dort stoßen sie auf Begeisterung. Isabelle Fischer übernahm als Fachleiterin für Politik und Wirtschaft die Leitung. Sie hatte schon an einer Schule in Osnabrück unterrichtet und dort das Projekt kennengelernt. "Für mich war das gar keine Frage, ob wir teilnehmen oder nicht", meint sie.

Projekt wird durch Spenden gefördert

Die Anmeldung erfolgte online. Nicht jeder kann an den Juniorwahlen teilnehmen, denn das Projekt wird durch Spenden gefördert. Die Liebfrauenschule nimmt aber zum ersten Mal teil. "Dadurch haben wir einen Zuschlag bekommen", erklärt Fischer.

Wahl-Check: Um einen Wahlzettel zu bekommen, müssen die Schülerinnen ihre Einladung und ein Ausweisdokument vorzeigen. Foto: E. WenzelWahl-Check: Um einen Wahlzettel zu bekommen, müssen die Schülerinnen ihre Einladung und ein Ausweisdokument vorzeigen. Foto: E. Wenzel

In der Vechater Schule nehmen die Jahrgänge 9 bis 12 teil. Die Lehrer haben sich dazu entschieden. "Wir wollten, dass ein realistisches Ergebnis zustande kommt", erklärt Fischer. Die Schülerinnen werden erst ab der 8. Klasse im Fach Politik unterrichtet und die meisten Jugendlichen aus der 13. Klasse dürften bereits an den regulären Wahlen teilnehmen. Eine Juniorwahl sei da nicht mehr nötig.

Schülerinnen haben sich mit Wahlprogrammen der Parteien beschäftigt

In der Vorbereitung auf die Wahl haben sich die Schülerinnen im Politikunterricht mit den Wahlprogrammen der Parteien beschäftigt und den Wahl-O-Mat ausprobiert. Auch wurden die Grundlagen der Demokratie noch einmal durchgenommen, dabei auch Fragen wie "Wie funktionieren Wahlen eigentlich?" beantwortet. Vom regulären Politikunterricht unterscheide sich der Lehrplan nicht stark, erklärt Lehrerin Isabelle Fischer. Besonders sei jetzt, dass die Schülerinnen tatsächlich handeln und das Gelernte praktisch anwenden könnten.

Fischer persönlich sei aufgefallen, dass die jüngere Generation "grüner" eingestellt sei, als die ältere Bevölkerung. Trotzdem hätten sich die Mädchen nicht auf den Klimaschutz beschränkt. Auch Themen, wie die Rente seien behandelt worden. "Das fand ich persönlich sehr spannend." Sie habe das Gefühl, dass das Projekt bei  Schülerinnen und Lehrkräften gut ankomme. Auf die Kommunalwahlen hätten sich die Schülerinnen nicht derart gut vorbereitet gefühlt.

Die Juniorwahlen an sich liefen wie die "großen" Wahlen ab. Alle wahlberechtigten Schülerinnen bekamen eine Wahlbenachteiligung. Diese konnten sie zu ihrem Wahltermin mitbringen. Dazu gehörte  auch ein Nachweis der Identität. Im Wahlraum selbst saßen Schülerinnen des Politik-Leistungskurses der 12. Klasse. Sie überprüften, ob alle Schülerinnen die nötigen Unterlagen dabei hatten und teilten die Wahlzettel aus. Anonym konnte dann ein Kreuz gesetzt werden, der Zettel landete daraufhin in der Urne.

Schülerinnen motiviert bei der Sache

Die Wahlhelferinnen zeigten sich überrascht davon, wie schnell die Schülerinnen ihr Kreuz setzten. Laut Plan sei pro Klasse eine Stunde angesetzt gewesen, sagt Fischer. "Das haben wir aber weit übertroffen." Die Schülerinnen seien motiviert bei der Sache gewesen. Tatsächlich zu wählen sei interessanter, als rein die Theorie durchzukauen. Einige von ihnen hätten schließlich schon an den Kommunalwahlen teilgenommen. Der Zettel zur Bundestagswahl sei im Vergleich sehr übersichtlich, scherzten die Schülerinnen.

Eine erste Hochrechnung wird am Sonntagabend einsehbar sein. Da auch das Gymnasium Antonianum Vechta an der Juniorwahl teilnehme, komme zu dem bundesweiten Ergebnis ein Wahlkreisergebnis hinzu. Die Ergebnisse der einzelnen Schulen seien hingegen nicht einsehbar. Das liege daran, dass auch einzelne Klassen teilnehmen könnten. Die Wahl wäre in dem Fall nicht mehr anonym, erklärt Fischer.

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