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Jedem fünften Krankenhaus in Niedersachsen droht das Aus

Künftig wird es acht Versorgungsregionen im Bundesland mit jeweils einem Krankenhaus als "Maximalversorger" mit mindestens 800 Betten geben. Die Politik will eine "Schließungsorgie" vermeiden.

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Symbolfoto: dpa

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Eine geplante Krankenhausreform in Niedersachsen könnte zur Schließung zahlreicher Kliniken führen. Von den derzeit 168 Krankenhäusern im Land könnten in den kommenden zehn Jahren etwa 30 bis 40 wegfallen, sagte CDU-Sozialpolitiker Volker Meyer am Donnerstag in Hannover. Hintergrund ist eine Strukturreform, mit der die Landesregierung eine flächendeckende, wohnortnahe Versorgung einerseits und hochwertige Behandlungen andererseits sicherstellen will.

Dafür sind drei Stufen mit sogenannten Grund-, Schwerpunkt- und Maximalversorgern vorgesehen. Die Grundversorger sollen für jeden innerhalb von 30 Minuten erreichbar sein, etwa bei Notfällen. Für die Schwerpunktversorger, zu denen auch Fachabteilungen wie Kardiologie oder Geburtshilfe zählen sollen, ist eine Erreichbarkeit binnen 45 Minuten vorgesehen.

"Wir vergeuden zurzeit Ressourcen."Uwe Schwarz, Sozialpolitiker der SPD

Die Maximalversorger mit einer Mindestgröße von 600 Betten stellen die Spitze des Systems dar, von ihnen soll es in jeder der künftig acht Versorgungsregionen einen geben. Die geplanten Regionen sind in die Bereiche Nord, Nordwest, Oldenburg, Osnabrück, Lüneburg, Hannover, Braunschweig und Süd eingeteilt.

Der SPD-Sozialpolitiker Uwe Schwarz betonte, es solle keine «Schließungsorgie» geben. Allerdings habe das Land bisher keine Möglichkeit, Krankenhäuser vom Markt zu nehmen, selbst wenn diese ihrem Versorgungsauftrag nicht mehr nachkommen. «Wir vergeuden zurzeit Ressourcen», sagte Schwarz.

Nach Vorstellung von SPD und CDU soll die Krankenhausreform noch vor der Landtagswahl im Herbst beschlossen werden.

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