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Italien: Demokratiefeinde tanzen auf den Gräbern der frühen Republiken

Thema: Regierungsbildung in Rom – Das Rechtsaußen-Lager aus Fratelli d'Italia, Forza Italia und Lega hat noch nicht einmal die Amtsgeschäfte übernommen, da führt es das Land bereits ins Verderben.

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Es war nicht nur zu befürchten. Nein, es war sogar regelrecht zu erwarten: Die designierte neue Regierung in Italien versinkt schon im Chaos, ehe sie überhaupt im Amt ist.

Ende September war ein Rechtsaußen-Bündnis als klarer Wahlsieger aus den Parlamentswahlen hervorgegangen. Dazu gehören vorneweg die rechtsradikale Partei Fratelli d'Italia sowie die nationalistisch-konservative Forza Italia und die rechtspopulistische Lega. In Kürze ist damit zu rechnen, dass Staatspräsident Sergio Mattarella die Fratelli-Frontfrau Giorgia Meloni mit der Regierungsbildung beauftragt. Möglicherweise wird sie schon in wenigen Tagen vereidigt. 77 Jahre nach dem Tod von Diktator Benito Mussolini übernehmen also wieder die Faschisten das Kommando.

Hass und Häme verbreiten, ansonsten talentfrei

Bereits im Vorfeld der Amtseinführung zeigen alle Protagonisten, dass sie zwar Hass, Häme und Neid verbreiten sowie die Ängste und Sorgen der Menschen für sich missbrauchen können, aber darüber hinaus komplett talentfrei sind. Forza-Italia-Chef Silvio Berlusconi charakterisierte Meloni im Ringen um mehr Einfluss unter anderem als überheblich und arrogant.

Zuvor wollte er aus ähnlichen Erwägungen bereits die Wahl von Meloni-Spezi Ignazio La Russa zum Senatspräsidenten verhindern, scheiterte aber kläglich. La Russa ist übrigens jemand, der einst stolz eine Statue Mussolinis in seinem Wohnzimmer präsentierte. Berlusconi kommt derweil langsam auf Betriebstemperatur, wie jüngste Enthüllungen über den Austausch von Nettigkeiten, Wodka und Wein mit Kreml-Aggressor Wladimir Putin belegen.

Die Gründer der Römischen Republik im 5. Jahrhundert – die sicherlich keine lupenreine Demokratie war – sowie vor allem der mittelalterlichen Stadtrepubliken wie Florenz oder Genau dürften sich ob dieser Entwicklungen wieder einmal im Grabe umdrehen, während oben drauf die Demokratiefeinde tanzen.

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