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Integration muss gelingen

Thema: Verbot von Werkarbeit in Schlachthöfen - Es hat lange gedauert, bis die Politik getan hat, was getan werden musste.

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Manche Dinge dauern länger - der jetzige Bundestagsbeschluss über das Verbot von Werkverträgen in Schlachthöfen ist so ein Fall. Es ist schließlich über zehn Jahre her, dass der Zoll große Missstände bei hiesigen Schlachtereien aufdeckte. Seit fast genauso langer Zeit sind die schlechten Wohnbedingungen von Werkvertragsarbeitern bekannt.

Die Politik sah hier viel zu lange untätig zu, die Justiz tat sich bei der juristischen Aufarbeitung schwer, versagte teilweise vollends. Zweifel am Funktionieren der sozialen Marktwirtschaft waren also lange Zeit mehr als berechtigt - auch weil sich die Politik von den Selbstverpflichtungserklärungen der Fleischindustrie nur zu bereitwillig hinters Licht führen ließ.

Es ist zum einen erschreckend, dass erst Corona kommen musste, um Politikern die Augen richtig zu öffnen. Es ist aber auch beruhigend, dass der Bundestag jetzt zu einem guten Beschluss gekommen ist und auch das Schlupfloch Leiharbeit nach der Übergangsfrist schließt.

Beim Wohnraum sind die Kommunen am Zug

Wichtig ist vor allem, dass die miesen Tricks der Branche ein für alle Mal gestoppt werden. Deshalb muss bei der Umsetzung der neuen Regelung ganz genau hingeschaut werden. Gut für die Arbeitskräfte aus Osteuropa ist, dass deren neue Beschäftigungsverhältnisse endlich Perspektiven bieten.

Denn ein fester Arbeitsvertrag eröffnet nach der Probezeit auch der Familie die Chance auf Nachzug. Das ist auch für die Unternehmen positiv. Gelingen kann das aber nur, wenn jetzt auch adäquater Wohnraum geschaffen wird. Hier sind jetzt auch die Kommunen gefragt, wenn Integration gelingen soll.

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