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Information ist nicht alles

Thema: Die Sonderauswertung der Pisa-Studie blendet auf den ersten Blick: Deutsche Jugendliche fühlen sich gut über die Welt informiert. Die Kehrseite: Interesse an anderen Kulturen haben sie wenig.

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Jungen Menschen bieten sich heute beispiellose Möglichkeiten, sie stehen aber auch vor beispiellosen Herausforderungen. Die Globalisierung bringt nicht nur Fortschritt und Wohlstand sondern auch ökonomische und ökologische Ungleichheiten sowie große soziale Abhängigkeiten und Verwerfungen mit sich – über Kontinente hinweg.

Die ergänzende Auswertung der Pisa-Studie der OECD bringt an den Tag, dass sich deutsche Jugendliche im Grunde gut über globale Fragen informiert fühlen. Es ist auch ein gutes Zeichen, wenn sie sich als mehrsprachig bezeichnen oder Kontakt zu Menschen aus anderen Kulturkreisen pflegen. Es ist aber nicht gut, wenn dieselbe Befragung ergibt, dass deutsche Jugendliche wenig Interesse daran haben, etwas über andere Kulturen zu lernen sowie kaum Neigung haben, sich mit globalen Problemen zu beschäftigen.

Warum nicht? Bloßes erlerntes Wissen über den Anderen wird nicht helfen, globale Probleme zu lösen. Dafür ist die Bereitschaft, über verschiedene Kulturen und Gesellschaftssysteme hinweg miteinander zu kommunizieren und zu arbeiten die unabdingbare Voraussetzung. Jugendliche müssen sich des globalen Pluralismus bewusst werden, und deshalb die Welt ganz persönlich erfahren. Schule, Elternhaus und staatliche Organe müssen das befördern – nicht nur ideell. Es muss sehr viel mehr Geld für Schüleraustausche oder andere Formen der Begegnung über Grenzen hinweg fließen.

Der sich in der Auswertung andeutende innere Rückzug der Mehrheit der Jugend von der Mitverantwortung für diese Welt muss gestoppt werden.

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