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In Emstek wurden dank der Defibrillatoren zwei Leben gerettet

Die Verwaltung hat den 12. Impulsgeber im Gemeindegebiet aufgehängt und zieht eine positive Bilanz. Neun Geräte sind rund um die Uhr zugänglich.

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Frei zugänglich: Der Defibrillator in Garthe wurde im Beisein von Christian Klaas (von links), Bürgermeister Michael Fischer, Ludwig Ahrens und Reinhold Niemann vom kommunalen Bauhof installiert. Foto: Thomas Vorwerk

Frei zugänglich: Der Defibrillator in Garthe wurde im Beisein von Christian Klaas (von links), Bürgermeister Michael Fischer, Ludwig Ahrens und Reinhold Niemann vom kommunalen Bauhof installiert. Foto: Thomas Vorwerk

Der Altherrenkicker kippte beim abendlichen Sport mit der Mannschaft in der Sporthalle um. Herzstillstand. Gut, dass seinerzeit bereits unter den Mitspielern bekannt war, dass es in der Gemeinde Emstek Defibrillatoren gibt. Das Gerät wurde schnell geholt, die Elektroden nach der diktierten Anweisung aus einem Lautsprecher aufgeklebt und der Stromstoß wurde ausgelöst. Der Mann überlebte.

Emsteks Bürgermeister Michael Fischer berichtete in dieser Woche noch von einem zweiten Fall, bei dem ein Leben gerettet wurde. Angesichts dieser Erfolgsgeschichten wirkt der Anschaffungspreis von 1800 bis 2200 Euro pro Stück geradezu lächerlich und deshalb hat man sich frühzeitig im Rathaus dazu entschlossen, flächendeckend die Geräte zu installieren. 2008 wurde der erste Apparat am Rathaus montiert, in dieser Woche Nummer zwölf am "Hus för dei Burschup" in Garthe. Auch am Dorfgemeinschaftshaus in Drantum hängt jetzt ein Defibrillator.

Fast alle Ortsteile sind mittlerweile abgedeckt

Fast alle Ortsteile sind mittlerweile abgedeckt, nur Westeremstek ist auf dieser Landkarte noch ein weißer Fleck. "Wir sind dran", meint Fischer, den es besonders freut, dass Vandalismus in diesem Bereich bislang kein Thema war. Wenn es darum geht, Leben zu retten, ist offensichtlich doch noch ein wenig Respekt vorhanden, so der Verwaltungschef. Wird der Kasten geöffnet, ertönt ein schrilles Signal. Unbefugte soll das abschrecken und weitere Passanten auf die Notlage aufmerksam machen.

Zwei unterschiedliche Defibrillator-Typen sind in der Kommune im Einsatz – vollautomatische Defis und die halbautomatischen Varianten. "Der vollautomatische Defibrillator löst nach dem Aufkleben der Elektroden selbstständig aus, nachdem er den Ersthelfer auffordert, zurückzutreten", erklärt Christian Klaas aus dem Bauamt. Da ein solcher Einsatz für Laien mit einem gewissen Stress verbunden ist, sieht der Verwaltungsmitarbeiter in dieser Weiterentwicklung einen nicht zu unterschätzenden Fortschritt. Von Hand den Stromstoß auszulösen, kostet einige Ersthelfer Überwindung. Falsch machen kann man nichts. Alle Schritte werden erklärt und wenn die Elektroden nicht richtig angebracht sind, wird auch nicht ausgelöst.

Handschuhe, Schere und Rasierer liegen bei

An dem kleinen Koffer, der nicht größer als ein Waffeleisen ist, hängt auch eine Tasche, in der Handschuhe, eine Schere und ein Rasierer untergebracht sind. Die Schere ist da, um die Kleidung am Oberkörper schnell zu entfernen, der Rasierer, um eventuelles Brusthaar zu beseitigen, damit die Elektroden besser haften. Für alle Defibrillatoren hat die Gemeinde einen Wartungsvertrag abgeschlossen. Zudem werden sie nach einem Einsatz überprüft und für den nächsten Ernstfall wieder vorbereitet.

"Hoffentlich wird er nie gebraucht", meinte in dieser Woche Ludwig Ahrens. Im Namen der Dorfgemeinschaft Garthe bedankte er sich bei der Gemeindeverwaltung dafür, dass nun auch am "Hus för dei Burschup" ein Defibrillator hängt.


Fakten:

  • Zwölf Defibrillatoren wurden seit 2008 von der Gemeinde Emstek gekauft.
  • Neun sind rund um die Uhr zugänglich.
  • An der Schwimmhalle in Emstek, am Badesee in Halen (beim Tauchverein) und im Forum an der Halener Straße in Emstek sind sie zu den jeweiligen Öffnungszeiten der Einrichtung erreichbar.
  • Die öffentlichen findet man bei der Grundschule in Bühren, beim Dorfgemeinschaftshaus in Drantum, an der Dreifeldsporthalle Ostlandstraße in Emstek, am Rathaus in Emstek, an der Sporthalle Bahnhofstraße in Emstek, am Dorfgemeinschaftshaus in Garthe, am Dorfgemeinschaftshaus in Drantum, am Pfarrheim in Hoheging und an der Grundschule/Turnhalle in Höltinghausen.

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