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Impfpflicht nicht kategorisch ausschließen

Thema: Neustart der Corona-Impfkampagne – Es hilft nichts: Neben noch mehr Aufklärung und Information muss auch der Druck auf die Verweigerer erhöht werden.

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Etwa 62 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben vollen Impfschutz gegen Covid-19. Der Wert verharrt seit Tagen auf diesem Niveau. Man muss kein Prophet sein, nicht einmal Wissenschaftler, und auch nicht Drosten oder Wieler heißen, sondern einfach nur den gesunden Menschenverstand bemühen, dann kommt die Erkenntnis unweigerlich: Dieser Status reicht nicht aus, um frei von Einschränkungen, Sorgen und Leid durch Herbst und Winter zu kommen.  

Um es noch deutlicher zu formulieren: Eine derart mickrige Impfquote wird nicht genügen, um die 4. Welle abzuflachen, die Schulen in Gänze offen zu halten, das Gesundheitssystem zu entlasten und einen erneuten Teil-Lockdown zu verhindern. Hinzu kommt: Krankheit und Tod in Verbindung mit dem Coronavirus werden weiterhin ein steter Begleiter sein.

Um den Status zu ändern, sind viele Mittel recht

Um diesen Status zu ändern, sind viele Mittel recht. Ärzteschaft und Bundesregierung wollen jetzt der Impfkampagne neuen Schwung verleihen, etwa mit weiteren niedrigschwelligen Impfmöglichkeiten auf Sportplätzen oder in Fußgängerzonen. Gut so. Das mag den einen oder anderen umstimmen. Gleichwohl: Nicht erst seit gestern sind zuverlässige Informationen in Hülle und Fülle abrufbar, die zeigen, dass der Nutzen einer Impfung weitaus höher ist als das Risiko.

Nicht gut und auch nicht länger hinnehmbar ist hingegen der konsequente Impf-Boykott mancher Wissensverweigerer. Wie unsolidarisch und egoistisch ist es denn bitteschön, Kindern infolge dieses Verhaltens erneut den Präsenzunterricht zu verbauen und Pflegekräfte in den Kliniken (auf den Covid-Intensivstationen liegen fast nur Ungeimpfte) zum wiederholten Male jenseits der Belastungsgrenze zu bringen. 

Es hilft nichts: Neben Aufklärung und Information muss der Druck erhöht werden, um das Grundrecht aller Menschen auf körperliche Unversehrtheit zu schützen. Das heißt in letzter Konsequenz auch, eine Impfpflicht nicht kategorisch auszuschließen.

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