Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Imfpstoff-Debakel

Thema: Lieferschwierigkeiten in Europa - und damit verbunden die Frage: War das Debakel nicht absehbar?

Artikel teilen:

Mit einem Impfstoff-Debakel in diesem Ausmaß hätte der „hoffende Normalbürger“ niemals gerechnet. Da gelingt das medizinische Wunder, innerhalb kürzester Zeit einen oder sogar mehrere Impfstoffe zu entwickeln, und jetzt das: Lieferschwierigkeiten.

Ja, ein Skandal. Und andererseits: Wer realistisch die Situation bewertet, wundert sich nicht. War die Problematik nicht absehbar? Milliarden Menschen warten weltweit auf die Rettung vor dem tödlichen Virus. Welches Unternehmen soll es schaffen, innerhalb von wenigen Monaten Milliarden an Impfdosen zu produzieren.

Also eine nachvollziehbare Entwicklung? Nein. Für Verzögerungen kann man zwar angesichts der Riesen-Nachfrage durchaus Verständnis aufbringen. Doch dieses Fiasko hätte vorausschauend verhindert werden müssen. Es muss jedem Insider und politisch Verantwortlichen klar gewesen sein, dass die vorhandenen Produktions-Kapazitäten nicht ausreichen werden.

Europa darf sich nicht vorführen lassen

Dass nun das britisch-schwedische Pharmaunternehmen AstraZeneva dem Ganzen die Krone aufsetzt und große Lieferschwierigkeiten innerhalb der EU ankündigt, gleichzeitig aber Großbritannien in vollem Umfang bedient, ist nicht nur ein Eklat, sondern auch ein Kräftemessen für Europa.

Nicht zu vergessen: Die EU hat 336 Millionen Euro an AstraZeneca vorweg für die Entwicklung gezahlt. Europa darf sich trotz der Dringlichkeit nicht vorführen lassen und seine vorhandene Stärke beweisen. Schließlich werden hier zahlreiche weitere Medikamente von AstraZeneca regelmäßig zugelassen – oder eben auch nicht. Spekulationen über die fehlende Wirksamkeit des Impfstoffs müssen wissenschaftlich bestätigt oder widerlegt werden.

Jetzt neu! Moin Friesoythe! Der wöchentliche Newsletter für die Eisenstadt mit aktuellen News und Informationen. So verpassen Sie nichts mehr. Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach. Jetzt hier anmelden.  

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Imfpstoff-Debakel - OM online