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Im Schlafwagen durch Deutschland

Thema: CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet macht medial und inhaltlich schwerwiegende Fehler. Während andere Kandidaten starke Akzente setzen, scheint er zu schlendern.

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Die Union kommt ins Trudeln, weil Kanzlerkandidat Armin Laschet durch den Wahlkampf schleicht und schlendert, aber sicher nicht stürmt, wie es sein bayrischer Schatten Markus Söder fordert. Der verhinderte Kandidat aus Bayern stemmt sich lautstark gegen sinkende Umfragewerte von CDU/CSU. Ihn treibt das reale Schreckensszenario, als stärkste Kraft das Kanzleramt trotzdem an eine wie auch immer sortierte Ampel aus Grünen, SPD und FDP zu verlieren. Auch hierzulande fragen sich Christdemokraten: Kann das gut gehen?

Das eine Problem: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident ist zwar nicht weniger umtriebig als der bayrische, aber er erzeugt keine positiven Bilder, die haften bleiben und ihn als geeignet für das Kanzleramt erscheinen lassen. Im Gegenteil: Bei ernster Angelegenheit zu lachen, wenn aus jeder Ecke TV-Kameras lauern, zeugt von wenig Professionalität. Auch als "Referent" der Kanzlerin durch zerstörte Landschaften zu dackeln, macht es dem Wahlvolk nicht einfacher, sich den Rheinländer mit Wladimir Putin am Verhandlungstisch vorzustellen. Da kommt es kaum noch darauf an, dass auch Laschets Ghostwriter abgeschrieben haben.

"Nur nicht anzuecken und den Gemeinsinn zu beschwören, reicht nicht"Ulrich Suffner, Chefredakteur OM Medien

In der Not werden sich – wie bei den Grünen – nun auch in der Union die Reihen hinter dem Kandidaten schließen. Laschets gestrige schnelle Entschuldigung lässt vermuten, dass der Mann lernt. Doch ein weiteres Problem ist dringend zu lösen: Laschet macht im Wahlkampf, nicht nur medial, sondern auch inhaltlich schwere Fehler. Welch Steilvorlage für die FDP, schon vor dem Kassensturz Steuersenkungen auszuschließen. Wann setzt Laschet Akzente bei Klimaschutz und Corona? Wann überrascht er mit einer eigenen Idee?

Gutmeinende formulieren: Dieser Kandidat legt eben keinen Wert auf persönliche Profilierung. Aber wissen, wofür er steht, wollen die Leute eben doch. Nur nicht anzuecken und den Gemeinsinn zu beschwören, reicht nicht. Das von Lautsprecher Söder geforderte Ergebnis 30 Prozent plus bleibt Utopie, sollte Laschet auch inhaltlich weiter im Schlafwagen durch Deutschland fahren.

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