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Im Moment nicht leistbar

Thema: Verdi will 4,8 Prozent mehr Gehalt - Den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst mehr Geld gewiss gegönnt. Aber nur, wenn sich die Gesellschaft das leisten kann.

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Deutschland hat einen leistungsfähigen, in aller Regel sehr gut arbeitenden Öffentlichen Dienst. Daran gibt es rein gar nichts zu deuteln. Die Beschäftigten leisten einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren des Gemeinwesens. Das muss ordentlich entlohnt werden. Und dazu gehören auch Gehaltsanhebungen. Aber: Wir befinden uns nicht in Zeiten, in denen die Steuerquellen sprudeln, aus denen der Öffentliche Dienst bezahlt wird.

Wir leben in Zeiten, in denen sich die deutsche Wirtschaft in der größten Krise seit Jahrzehnten befindet, in denen – Stand August – 4,6 Millionen Männer und Frauen in Kurzarbeit sind, in denen Unternehmen den Abbau Hunderttausender Stellen androhen, in denen Fachleute eine Welle von Firmenpleiten erwarten sowie einen dramatischen Einbruch beim Steueraufkommen und damit bei den Einnahmen der Öffentlichen Hand.

In solchen Zeiten ist die Forderung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nach einer Gehaltserhöhung von 4,8 Prozent oder mindestens 150 Euro im Monat nicht nachvollziehbar. Und sie könnte letztlich sogar das Ansehen der im Öffentlichen Dienst Beschäftigten in weiten Teilen der Gesellschaft nachhaltig schädigen. Wie wird etwa das große Heer der Kurzarbeiter, das riesengroße Angst vor der Arbeitslosigkeit hat, die üppige Verdi-Forderung aufnehmen?

Den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst seien 4,8 Prozent mehr Gehalt gewiss gegönnt. Aber nur dann, wenn sich die Gesellschaft diese Ausgabe auch leisten kann. Im Moment kann sie das aber wegen Corona und den Pandemiefolgen eben nicht.

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