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IGeHo zweifelt an der Akzeptanz für die Verlegung der Hofstelle Münzebrock

Die Interessengemeinschaft ist überzeugt: Die Bürger lehnen das Projekt ab. Sie wünscht sich ein Konzept für den Bürgerpark zwischen Ostring und Osterort, weil noch viele Fragen unklar seien.

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Noch an der Bundesstraße 214, bald im Bürgerpark? Die Hofstelle Münzebrock soll auf die Pferdewiese zwischen Ostring und Osterort verlegt werden.   Foto: Vollmer

Noch an der Bundesstraße 214, bald im Bürgerpark? Die Hofstelle Münzebrock soll auf die Pferdewiese zwischen Ostring und Osterort verlegt werden.   Foto: Vollmer

Es soll ein Treffpunkt für Jung und Alt werden, ein Ort für sportliche Aktivitäten oder der Besinnung entstehen. Ein Baumlehrpfad mit einheimischen und exotischen Arten sei ebenso denkbar wie ein Gedankenweg mit Stele. Wenn Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug über Ideen für den neuen Bürgerpark zwischen Osterort und Ostring philosophiert, dann gerät der Verwaltungschef gerne ins Schwärmen. Herzstück des Areals in der Nähe des Holdorfer Ortskerns soll ein Heimat-, Vereins- und Kulturzentrum werden. Wie das realisiert werden soll? Indem die Hofstelle Münzebrock vom jetzigen Standort an der Bundesstraße 214 im Rahmen der Translozierung in den Bürgerpark am Osterort versetzt wird.

Während die Vorfreude auf das Projekt Bürgerpark (eines von mehreren im Rahmen der Städtebauförderung "Lebendige Zentren) beim Bürgermeister groß ist, sieht dies die Interessengemeinschaft Holdorf (IGeHo) skeptischer. Das machte sie im Wahlkampf bereits zum Thema – und auch bei der jüngsten Haushaltsdebatte. Denn der IGeHo-Vorsitzende Andreas Lucht und seine Parteikollegen zweifeln, ob das Projekt denn nun wirklich eine große Akzeptanz in der Bevölkerung habe. Lucht ist sich sicher: "Würden wir zu diesem Vorhaben eine Einwohnerbefragung durchführen, wäre ich zu einer Wette bereit: Die Mehrheit der Menschen würde das ablehnen." Nicht nur, aber auch wegen der Kosten: Für die Translozierung der Hofstelle seien bislang 800.000 Euro veranschlagt. Dass zwei Drittel der Kosten gefördert werden, ist für Lucht zweitrangig. Denn Fördergelder seien ja auch Steuergelder.

Ein Dutzend zu klärende Fragen formuliert

Andreas Lucht sprach daher in der jüngsten Ratssitzung den unüberhörbaren Wunsch aus: Bevor etwas zwischen Osterort und Ostring realisiert wird, müsse "ein Konzept her, und zwar eines, das die Gegebenheiten über den möglichen künftigen Bürgerpark hinaus berücksichtigt".

Für die Interessengemeinschaft formulierte Lucht, der übrigens am Osterort wohnt, jedenfalls schon ein Dutzend zu klärende Fragen: Wer soll dieses Gebäude künftig nutzen? Für welche Zwecke? Zu welchen Bedingungen? Wer pflegt und betreut die Anlage? Zu welchem Preis? Mit welchen Verkehren ist zu rechnen? Welche Räumlichkeiten mit vergleichbarem Zweck haben wir im Gemeindegebiet schon? Wie sind diese ausgelastet? Welche Bedarfe gibt es überhaupt? Wie ist das Haus einzurichten? Wie ist es barrierefrei und nachhaltig zu gestalten? Wie viel günstiger ist die Translozierung im Vergleich zu einem Neubau?

Noch eine Pferdewiese, bald ein Bürgerpark? Das ist die Grünfläche am Ostring in Holdorf. Foto: VollmerNoch eine Pferdewiese, bald ein Bürgerpark? Das ist die Grünfläche am Ostring in Holdorf. Foto: Vollmer

Diese vielen Fragen seien offen respektive noch gar nicht gestellt worden. Lucht forderte: "Sie müssen aber bei einem Projekt in dieser Größenordnung diskutiert und von der Verwaltung sorgfältig beantwortet werden – und das dringend." Ohne ein Nutzungskonzept könne man ein solches Projekt nicht verantwortungsvoll umsetzen. Andreas Lucht regte an, das Gebäude im Bürgerpark zum Beispiel für Ratssitzungen zu nutzen. Der jetzige Ratssaal könnte dann als Büro dienen. Zum Hintergrund: Im Holdorfer Rathaus ist wenig Platz, weshalb die Politik den Aus- oder Umbau des Gebäudes plant beziehungsweise über weitere Alternativen nachdenkt.

Krug sieht Akzeptanz in der Bevölkerung gegeben

Bürgermeister Krug hatte die Ausführungen von Andreas Lucht in der Ratssitzung interessiert vernommen, äußerte sich dazu bei der Debatte aber nicht. Auf Nachfrage erklärte der Verwaltungschef: Die Kritik der IGeHo, die Planungen für den Bürgerpark hätten keine Akzeptanz in der Bevölkerung, teilt er nicht. Krug erinnert an die Bürgerversammlung vom 24. April 2019: Die Translozierung der Hofstelle sei auf Platz 1 der Prioritätenliste gesetzt worden. Kritik an dem Vorhaben gab es damals auch nicht. Und: Solange er keinen anderen politischen Auftrag erhalte, werde er das Projekt forcieren.

Zumal der Bürgermeister weiterhin überzeugt ist: "Wir benötigen in Holdorf einen Ort, um Heimatgeschichte, um unser kulturelles Erbe zu bewahren." Ein Heimat-, Vereins- und Kulturzentrum im Bürgerpark biete dazu eine "einmalige Chance". Krug betont: Sobald ein Planer gefunden sei, wird die Konzeptarbeit beginnen.

Unterstützung hatte Dr. Krug bereits in der Haushaltsdebatte von der CDU-Fraktion/FDP erhalten. Das Förderprogramm "Lebendige Zentren" ermögliche es der Gemeinde "in besonderer Weise, den Heimatgedanken auch räumlich nach vorne zu tragen", meinte Jan-Dierk Brand. Der Fraktionsvorsitzende, der wiederum am Ostring wohnt, betonte mit Blick auf die Transparenz zugleich, dass bei den Planungen ja "ein kompetenter Arbeitskreis und die notwendige Beteiligung der Bürger vorgeschaltet sein werden".

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