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ICE-Anschluss in Cloppenburg? SPD sieht "Wahlkampfblüte"

Lucien Olivier hatte eine ICE-Haltestelle in Cloppenburg ins Spiel gebracht. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Cloppenburg kritisiert die Forderung. Beim Wahlkampf treibe er es damit "auf die Spitze".

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ICEs bald auch am Cloppenburger Bahnsteig? Wenn es nach Professor Dr. Lucien Olivier geht, ja. Symbolfoto: dpa

ICEs bald auch am Cloppenburger Bahnsteig? Wenn es nach Professor Dr. Lucien Olivier geht, ja. Symbolfoto: dpa

Die vom CDU-Ratsmitglied und Kreisabgeordneten Lucien Olivier ins Spiel gebrachte ICE-Anbindung für Cloppenburg bezeichnet die SPD-Fraktion als Wahlkampfblüte. "Man ist es ja gewohnt, dass Politiker in der heißen Wahlkampfphase ihr bisheriges Abstimmungsverhalten schlicht vergessen. Aber der CDU-Kandidat Olivier treibt es auf die Spitze", kritisiert SPD-Ratsherr Stefan Riesenbeck die Äußerungen des CDU-Ratskollegen.

"Olivier lässt unerwähnt, dass die Kreis-CDU beantragt hat, eine Brücke für die geplante Südtangente so zu bauen, dass die notwendige Elektrifizierung der Bahnstrecke langfristig unmöglich wäre. Die CDU hat ihren Antrag gegen den Widerstand unserer städtischen SPD-Abgeordneten dennoch durchgedrückt", so Riesenbeck weiter. Wer jedoch Brücken bauen will, die eine Elektrifizierung unmöglich machen, solle nicht damit anfangen, von ICE-Anbindungen zu träumen. Dies sei schlicht "scheinheilig". Das Land Niedersachsen habe diesem Vorgehen erfreulicherweise einen Riegel vorgeschoben.

Stefan Riesenbeck. Foto: Archiv OM onlineStefan Riesenbeck. Foto: Archiv OM online

Dass die Bahnstrecke zwischen Oldenburg und Osnabrück langfristig elektrifiziert werden soll, fordert die SPD. "Deswegen haben wir uns auch dagegen gewehrt, die Möglichkeit der Elektrifizierung zu verbauen. Trotzdem sollten wir uns nicht Luftschlössern hingeben. Ein ICE-Haltepunkt in Cloppenburg ist auf absehbare Zeit schlicht unrealistisch. Wir müssen daher im Hier und jetzt leben und den städtischen ÖPNV zum Leben erwecken. Ein echter Stadtbus für Cloppenburg ist unsere Traumvorstellung", fordert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Lothar Bothe, der hauptberuflich als Lokomotivführer bei der Deutsche Bahn beschäftigt ist. "Statt von einer ICE-Verbindung von Cloppenburg nach Berlin zu träumen, brauchen wir endlich eine eng getaktete Buslinie nach Vechta, Friesoythe oder Oldenburg", so Bothe weiter.

Lothar Bothe, stellvertretender Bürgermeister. Foto: SPDLothar Bothe, stellvertretender Bürgermeister. Foto: SPD

"Wir brauchen realistische Projekte wie den Fahrradschnellweg nach Vechta oder die Reaktivierung der Bahnstrecken im Nahbereich. So gelingt die Mobilitätswende im ländlichen Raum", erklärt der stellvertetende Fraktionsvorsitzende Andreas Borchers abschließend.

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