Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Hunger als Waffe

Thema: Der Krieg Russlands gegen Zivilisten – Dass Putin gezielt Getreidevorräte bombardieren lässt, ist unerträglich. Vermutlich wird auch Brot bald teurer. Den Preis aber, den zahlen andere.

Artikel teilen:

Hunger als Kriegswaffe – dreieinhalb Wochen nach Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine sprechen wir wieder über Hunger als Kriegswaffe. Hunger, wie ihn etwa die Deutsche Wehrmacht bei der Belagerung von St. Petersburg im Zweiten Weltkrieg geschürt hat. Hunger, wie ihn die sowjetische Regierung vor allem in der Ukraine während der frühen 1930er Jahre herbeigeführt hat. Diese Hungersnot ist unter dem Begriff „Holodomor“ – Tötung durch Hunger – in das kollektive Gedächtnis Osteuropas eingegangen.

Und jetzt wieder: Hunger. Mitten in Europa, das sich im 21. Jahrhundert nur so in seinem materiellen Überfluss und seiner Dekadenz suhlt. Die Berichte darüber, dass Russland gezielt Getreidevorräte in der Ukraine zerstört, sind unerträglich. Das Sprechen von einer „Spezialoperation“, wie Putin seinen Einmarsch nannte, war schon immer eine Lüge. Mit Blick auf den Krieg gegen die Zivilbevölkerung, wie er sich auch in den Attacken insbesondere in Mariupol zeigt, wird es dazu noch zu einem Hohn.

"Mangelt es an Weizen, spüren das zuerst die Armen im globalen Süden."Philipp Ebert

Vermutlich werden wir bald merken, dass neben Benzin, Gas und Öl auch Brot teurer wird. Den Preis aber, den werden andere zahlen. Unmittelbar zunächst die Ukrainer, die Putin mit seinem rücksichtslosen Vorgehen in die Knie zwingen will. Mittelfristig aber die Menschen in armen Ländern. Denn: Der Getreidemarkt ist global. Mangelt es an Weizen, spüren das zuerst die Armen im globalen Süden.

Noch mögen wir Eis schleckend den Frühling genießen. Schon aber ist eine Ernsthaftigkeit über uns hereingebrochen, die wir bisher kaum begreifen.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Hunger als Waffe - OM online