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Holdorfer Haushalt steht auf einem soliden Fundament

Auch 2021 plant die Gemeinde erhebliche Investitionen. Die größten Posten sind die Industriestraße und das Feuerwehrhaus. Und: Holdorf will sein Rathaus erweitern.

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Die Gemeinde will ihr Verwaltungsgebäude erweitern. Dafür sollen in 2021 die Planungen starten. Foto: Vollmer

Die Gemeinde will ihr Verwaltungsgebäude erweitern. Dafür sollen in 2021 die Planungen starten. Foto: Vollmer

Der Bürgermeister war bei seiner Rede spürbar zufrieden. „Der Haushalt der Gemeinde Holdorf für das Jahr 2021 ist ein großes Gemeinschaftswerk“, sagte Dr. Wolfgang Krug während der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Gemeinde sei finanziell vollkommen gesund und profitiere auch davon, dass die Holdorfer Wirtschaft breit aufgestellt sei. 

Die Grundlage für den Gesamtetat hatte Kämmerer Thomas gr. Schlarmann zuvor mit den Gemeinderatsmitgliedern in den einzelnen Sachausschüssen besprochen und ausgearbeitet. Das vorgelegte Ergebnis sei gelungen und werde Holdorf nach vorne bringen. Im Ergebnishaushalt verzeichnet die Gemeinde einen Fehlbetrag in Höhe von 660.000 Euro. Dies wird durch die Rücklagen in Höhe von 10 Millionen Euro gedeckt. Eine wichtige Nachricht für die Bürger und Unternehmer: Die Hebesätze für die Grundsteuern A und B sowie die Gewerbesteuer bleiben gleich.

Alle 3 im Gemeinderat vertretenen Parteien stimmten dem Haushaltsplan 2021 mit einem Gesamtvolumen von 19,5 Millionen Euro zu, der durch eine Kreditaufnahme in Höhe von 2,4 Millionen Euro ausgeglichen werden soll. Sie lobten ausdrücklich die Arbeit der Verwaltung. Dem Haushaltsplan zugrunde gelegt wurde neben Zuschüssen von Bund und Land eine Einnahme in Höhe von 4 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer der heimischen Wirtschaft und einen Gemeindeanteil aus der Einkommenssteuer in Höhe von 2 Millionen Euro.

Für die Mehrheitsfraktion der CDU ergriff deren Vorsitzender Jan-Dierk Brand das Wort und betonte, dass es mit dem vorliegenden Haushalt gelingen werde, „die äußerst erfolgreiche Politik der vergangenen Jahre zielstrebig fortzusetzen. Wir stellen die Finanzen der Gemeinde Holdorf damit auch im Jahre 2021 auf ein stabiles Fundament." Er sagte in aller Deutlichkeit, dass dieser Weg nur durch sorgsamen Umgang mit Steuergeldern sowie der konsequenten Rückzahlung und Sondertilgungen von Krediten fortgesetzt werden könne. Zudem erwarte die CDU 800.000 Euro vom Land – als Ausgleich von Gewerbesteuerausfällen in der bisherigen Coronazeit.

Erhebliche Aufwendungen sind für langfristige Vorhaben gedacht, etwa die Sanierung der Industriestraße für 6 Millionen Euro, von denen die Gemeinde 3 Millionen Euro selbst aufzubringen hat. Die versprochenen Wegerandbefestigungen im Außenbereich sollen im kommenden Jahr realisiert werden. „440.000 Euro planen wir ein. Hier heißt es dann endlich – Haken dran“, so Jan-Dierk Brand.

In Schulen und Kindergärten wird weiter investiert

Ebenso solle im Herbst mit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses begonnen werden, für das bisher 3,55 Millionen Euro veranschlagt sind. Zudem werde im kommenden Jahr ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF) für 300.000 Euro für die Feuerwehr Holdorf angeschafft. Besonders bewusst werde es in dieser Zeit der Pandemie, wie wichtig die Vereine für das gemeinschaftliche Leben sind. Gerade jetzt, da diese ohne Einnahmen sind, müsse man helfen, so wie im Corona-Programm beschlossen.

Zu Bereichen wie Kindertagesstätten und Schulen nahm der Fraktionsvorsitzende Stellung und betonte die bisherigen hohen Investitionen von bis zu 12 Millionen Euro für Sanierungen und Neubau in den vergangenen Jahren. Aktuell nannte er die Erweiterung der Kindertagesstätte St. Elisabeth und Arbeiten an einigen Klassenräumen der Grundschule Holdorf, für die insgesamt zirka 650.000 Euro vorgesehen sind. Beim Umweltschutz sei die CDU gerade mit ihren geplanten Förderungen von Zisternen und Gründächern den richtigen Lösungsweg gegangen. Die Erhöhung der entsprechenden Haushaltsstelle „Nachhaltigkeit“ von 30.000 auf 100.000 Euro sei ein starkes Signal.

Martin Fischer sagte für die SPD/FDP-Gruppe: „In schwierigen Zeiten halten in Holdorf die Bürger zusammen. Ich bin froh, dass wir ohne Gezanke und Gezicke gemeinsam einen soliden Haushalt auf den Weg gebracht haben. Damit haben wir ein Investitionsfeuerwerk gestartet." Als Beispiele nannte er unter anderem die Förderung der Vereine, den Neubau des Feuerwehrhauses und die Investitionen in Kindertagesstätten und Schulen. 

Die Industriestraße im Blick: Für die Sanierung hat die Gemeinde Holdorf im Haushalt 2021 eine Million Euro bereitgestellt. Insgesamt beträgt das Investitionsvolumen sechs Millionen Euro. Foto: VollmerDie Industriestraße im Blick: Für die Sanierung hat die Gemeinde Holdorf im Haushalt 2021 eine Million Euro bereitgestellt. Insgesamt beträgt das Investitionsvolumen sechs Millionen Euro. Foto: Vollmer

Rathaus-Erweiterung:

Die Gemeinde Holdorf möchte ihr Rathaus erweitern. Das gab Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug jetzt bekannt. Die Verwaltung mit ihren (inklusive Auszubildenden) rund 20 Beschäftigen stoße mittlerweile an ihre räumlichen Grenzen. Dazu steigt die Einwohnerzahlen der Südkreiskommune seit Jahren kontinuierlich auf jetzt mehr als 7.500 Einwohner (Tendenz steigend) – und damit auch die Aufgaben für die Verwaltung. Das Rathaus war ehemals für eine Verwaltung ausgelegt, die zu einer Gemeindegröße von 4.500 Einwohnerinnen und Einwohnern passt. 

Wie soll das Rathaus aussehen? Was soll rein? Wie hoch wird in Zukunft der Zahl der Mitarbeiter sein müssen? Die Digitalisierung werde möglicherweise das Präsenzpersonal verändern, ganz sicher aber die Aufgaben. Alle Fragen wollen Verwaltung und Politik in der nächsten Zeit stellen und beantworten müssen, erklärte Dr. Krug. An Planungskosten hat die Gemeinde 20.000 Euro in den Haushalt 2021 eingestellt. In welche Richtung das Rathaus erweitert werden soll, das werde nun auch beraten werden müssen. Er sei für alle Vorschläge offen, erklärte Krug, favorisiere jedoch eine Erweiterung in die Höhe –auch, weil dann der Rathausvorplatz, der neu gestaltet werden soll, nicht kleiner wird.


CDU-Fraktionschef kritisiert UWG:

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jan-Dierk Brand hat in seiner Haushaltsrede das "Stillschweigen" der UWG-Fraktion im vergangenen politischen Jahr moniert. "Machen Sie im nächsten Jahr doch wieder mit. Demokratie lebt vom Mitmachen und brechen Sie ihr Schweigen nicht erst im Kommunalwahlkampf im nächsten Herbst." 

Bei der SPD/FDP-Fraktion bedankte sich Brand für die gute Zusammenarbeit. Politik müsse nicht immer laut sein, man müsse nicht immer einer Meinung sein. Der Rat müsse aber das Beste für die besten – die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Holdorf - herausholen. 

Martin Lampe als Vertreter der UWG entschuldigte das Fehlen beider Parteivertreter, die seit März Corona-bedingt fast gar keine Sitzung mehr besucht hatten. Die Fraktion habe sich im vergangenen Jahr unzureichend eingebracht. Für seine Person versprach Lampe für das Jahr 2021 aber Besserung.

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