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Holdorf diskutiert über neue Wohnformen in Langenberg

Modern? Klassisch? Der Planungs- und Bauausschuss ist sich uneins über die Art und Weise, in der auf einer Fläche an der Bahnhofstraße gebaut werden soll.

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Viel Platz: Auf dieser Fläche am Ortseingang in Langenberg und entlang der Bahnhofstraße soll Wohnraum entstehen. Foto: Archiv/Böckmann

Viel Platz: Auf dieser Fläche am Ortseingang in Langenberg und entlang der Bahnhofstraße soll Wohnraum entstehen. Foto: Archiv/Böckmann

Bauland ist gefragt im Landkreis Vechta. Das zeigte zuletzt auch die Bewerberflut auf das neue Wohngebiet Sonnenkamp in Holdorf. Dort hatte die Gemeinde für die 17 Baugrundstücke insgesamt 169 Bewerbungen erhalten. Auch bei der geplante Baufläche an der Bahnhofstraße in Handorf-Langenberg rechnet die Gemeinde mit einem großen Ansturm von Bauwilligen. Auf dem rund 5 Hektar großen Grundstück könnten insgesamt 83 Grundstücke mit einer Größe zwischen 600 und 800 Quadratmetern sowie ein Kinderspielplatz entstehen. 

Aktuell seien zudem zwei Anbindungen zum Steinfelder Damm eingeplant, heißt es von der Gemeinde. Der Landkreis hingegen erlaube nur eine Anbindung, solange die Straße eine Kreisstraße ist. Die Gemeinde habe aber bereits die Umstufung zu einer Gemeindestraße beantragt, sagte Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug in der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses.

Wie bereits in der vorherigen Sitzung gab es Diskussionen darüber, wie das Baugebiet aussehen soll. Sergej Belz von der Interessengemeinschaft Holdorf (IGeHo) kritisierte jüngst den Entwurf zur Grundstücksverteilung. Der Architekt wünschte sich mehr innovatives und ressourcenfreundlicheres Bauen. Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug betonte jedoch: "Jeder stellt sich etwas anderes unter einer innovativen Bauweise vor."

Um die Diskussion über neue Bauformen im Ausschuss anzuregen, stellte Belz ein Video von einer neuen Wohnform aus Hannover vor. Es zeigt ein neues Baugebiet mit sechs Mehrfamilienhäusern, welche sich Innenhöfe mit Gärten und andere Gemeinschaftsräume wie Werkstatt, Waschcafé und Gästeräume teilen. Belz betonte, dass solch ein Bauprojekt auf der Fläche in Handorf-Langenberg bis zu 125 Wohneinheiten schaffen würde. Die Verdichtung sei nachhaltiger; der Wohnraum sei bezahlbar. 

Begeistert war die Mehrheit der Ausschussmitglieder nicht. Stefan Witte von der CDU/FDP-Fraktion erklärte, dass das Wohnmodell aus einer Großstadt komme. Er sei sich nicht sicher, ob dies für die Holdorfer das Richtige sei. Er sehe ein Problem darin, wenn die Mehrfamilienhäuser zwei Stockwerke und ein Dachgeschoss hätten. "Ich glaube, viele sind da etwas empfindlich, wenn man ihnen in den Garten schauen kann", sagte Witte. Das Thema sei bereits bei der Bebauung Sonnenkamp ein großer Diskussionspunkt gewesen.

Auch der Ausschussvorsitzende Markus Vocks, ebenfalls von der CDU/FDP, äußerte bei dem von Sergej Belz vorgestellten Wohnkonzept einige Bedenken. Der Langenberger zweifelte, ob sich das Großstadtmodell auf einen kleinen Ort wie Holdorf übertragen lasse und ob das Projekt hier marktfähig sei. "Ich finde, es sollte trotzdem die Möglichkeit geben, traditionelle Einfamilienhäuser zu bauen."

Nachfrage nach Mietwohnungsbau ist groß

Inge Olberding von der SPD zeigte sich gegenüber dem neuen Baustil zwar offen, fand aber eine Mischung aus Wohnquartieren und Einfamilienhäusern als wenig verträglich. "Man muss hier einzelne Bereiche schaffen, die weniger konfliktfähig sind." Diesem Vorschlag konnte auch Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug etwas abgewinnen. Er könne sich ein solches Wohnmodell an der Großen Eschstraße neben dem Fußballplatz – diese Fläche gehört auch der Gemeinde – besser vorstellen. 

Andreas Lucht von der IGeHo betonte jedoch: "Man muss auf lange Sicht planen. In 10 bis 15 Jahren kann sich vielleicht keiner mehr ein klassisches Einfamilienhaus leisten." Daher seien günstigere Optionen wichtig. Die Nachfrage für das Baugebiet Sonnenkamp, bei dem es von den 169 Bewerbungen insgesamt 61 Interessenten für den Mietwohnungsbau gab, würden den Bedarf zeigen. 

Stefan Heidler von der SPD-Fraktion stellte diese Fragen: Wer soll der Projektführer sein? Soll es einen Investor geben? Oder können sich die Käufer in einem Genossenschaftsprinzip zusammenschließen? 

Ausschuss will Planungsbüro einladen

Der Ausschuss war sich einig: Diese Fragen könnten nur die Bürgerinnen und Bürger beantworten. Es müsse zunächst der Bedarf geklärt werden. Dazu kam aus mehreren Fraktionen der Vorschlag, eine Bürgerbefragung durchzuführen. Beschlossen wurde solch eine Umfrage allerdings noch nicht. 

Christdemokrat Stefan Witte betonte: "Der Weg zu einem Wohnquartier ist ein langer." Leichter und schneller umzusetzen wäre ein nachhaltigeres Energiekonzept. Um darüber zu beraten, will der Planungs- und Bauausschuss für die nächste Sitzung nun ein Planungsbüro einladen, das die Mitglieder über energetische Möglichkeiten beraten soll. 

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