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Holdorf beobachtet Schlachthof-Debatte mit Sorgen

Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug äußert sich zur möglichen Ansiedlung in Steinfeld. Denn die Auswirkungen der Wasserknappheit sind in Holdorf schon derzeit spürbar.

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Der Firmensitz von Gut Bergmark Premium Geflügel am Rouen Kamp in Steinfeld. Foto: Timphaus

Der Firmensitz von Gut Bergmark Premium Geflügel am Rouen Kamp in Steinfeld. Foto: Timphaus

Die jüngste Sitzung des Holdorfer Planungs- und Umweltausschusses lief schon zweieinhalb Stunden, fast alle Tagesordnungspunkte waren abgearbeitet, da kam unter dem Punkt „Anfragen“ doch noch das Thema aus der Nachbargemeinde zur Sprache, das auch die Holdorfer Politik beschäftigt: Nämlich die mögliche Ansiedlung eines Schlachthofes in Steinfeld.

Holdorf ist durch die Förderung im Wasserwerk in Fladderlohausen besonders betroffen. Muss der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) seine Fördermenge also vielleicht wieder erhöhen? Dies könne er sich „absolut nicht vorstellen“, erklärte Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug mit Blick auf „drei fürchterlich trockene Sommer“. Die Auswirkungen der Trockenheit seien nach wie vor eklatant. 2020 bleibe für Krug „als das Jahr des Birkensterbens“ in Erinnerung. Auch bei den Ausgrabungen zum Baugebiet „Am Lagerweg IV“ zeige sich der besonders trockene Boden. 

Wolfgang Krug: Wasserverband steckt im Dilemma

Er verstehe das „Dilemma“ des OOWV, der die wertneutrale Aufgabe habe, die Region mit Wasser zu versorgen. Dies dürfe aber nicht auf Kosten der Gemeinde Holdorf geschehen. Im Gegenteil: Ziel der Kommune müsse es sein, dass die Fördermenge weiter reduziert werde – und nicht erhöht. Bis Ende des Jahres darf der OOWV in Fladderlohausen 4,67 Millionen Kubikmeter Wasser fördern, danach  4,5 Millionen Kubikmeter Wasser. Die Gemeinde Holdorf müsse nun aber erst einmal die Gespräche zwischen dem OOWV, der Gemeinde Steinfeld und dem Landkreis Vechta als Genehmigungsbehörde abwarten.

Die Firma Gut Bergmark Premium Geflügel aus Steinfeld plant den Neubau des Geflügelschlachthofs im Südwesten der Gemeinde. An dem Standort sollen künftig bis zu 95.000 Hähnchen pro Tag geschlachtet und zerlegt werden. Auf dem circa 5,5 Hektar großen Areal könnten perspektivisch bis zu 200 neue Arbeitsplätze entstehen. Das mögliche Investitionsvolumen gibt der geschäftsführende Gesellschafter Dirk Heidler mit 25 bis 30 Millionen Euro an. Der Steinfelder Gemeinderat hatte jüngst eine Entscheidung über den Verkauf einer Gewerbefläche vertagt.

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