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„Historischer Moment“ im Böseler Rat

Nach jahrzehntelangen Verhandlungen kauft die Gemeinde Bösel die ortsnahen Brüggemann-Flächen.

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Bösel Nord: Mit dem Kauf der neuen Flächen kann die Gemeinde das Gebiet umfangreich erweitern.    Foto: Gemeinde Bösel

Bösel Nord: Mit dem Kauf der neuen Flächen kann die Gemeinde das Gebiet umfangreich erweitern.    Foto: Gemeinde Bösel

60 Jahre waren sie begehrt aber tabu, jetzt hat die Gemeinde Bösel mit dem Kauf der sogenannten Brüggemannschen Flächen den Durchbruch geschafft. Von einem „historischen Moment“, so Bürgermeister Hermann Block, sei in der nicht öffentlichen Ratssitzung anlässlich der erforderlichen Beschlussfassung die Rede gewesen, denn vor allem die langjährigen Fraktionsmitglieder wissen um die „unendliche Geschichte“, die mit dem Erwerb der hof- und ortsnahen Areale des 2013 verstorbenen Ratsherrn und Landwirts Hubert Brüggemann verbunden waren.

Gemeinde kauft im ersten Schritt den Schweinestall

Immer wieder scheiterten die Verhandlungen, bis es dann 2012 eine Verständigung gab, informierte Block. In einem ersten Schritt wurde die Tierhaltung im Bereich der Fladderburger Straße unwiderrufbar aufgegeben. Die Gemeinde kaufte den Schweinestall und vereinbarte in einem nächsten Schritt zwar noch nicht den Kauf, aber zumindest die Überplanung von rund 4,2 Hektar, um die Baugebiete Bösel Nord umfassend realisieren zu können.

Mit Josef Brunemund-Brüggemann als Erben ist dann der Erwerb des Ackerlandes abgewickelt worden. Darunter auch das Feld direkt neben der St.-Martin Schule, auf dem vor Jahrzehnten Sportflächen vorgesehen waren, wäre man damals handelseinig geworden. Jetzt entstehen darauf und auf den benachbarten Flächen 52 Wohngrundstücke, die allesamt sozial verträglich vergeben werden sollen, so die einhellige Meinung der Ratsmitglieder. Die veränderten Kriterien sollen Interessenten aus Bösel, mit Familie oder einem Arbeitsplatz in der Gemeinde zugute kommen.

Platz für 160 Grundstücke

Wie die Gemeinde mitteilt, werden deshalb aktuell keine Bewerbungen entgegengenommen. Verbunden mit der Erschließung ist auch eine neue Gestaltung Weges entlang der Grundschule, um „einfacher“ von der Fladderburger zur Straße „Auf dem Rahe“ zu kommen. Mit Blick auf das komplette Gelände hinter den Schulen und dem Friedhof bietet es Platz für 160 Grundstücke. Ein weiteres Entwicklungspotenzial von sieben Hektar sei an diesem Standort gegeben, so Block auch im Beisein seines Allgemeinen Vertreters Rainer Hollje.

Verbunden mit dem Brüggemann-Kauf sei die Rückgabe des Schweinestalls verbunden gewesen, wie der Verwaltungschef abschließend mitteilte. Sollte der Eigentümer das Gebäude für eine neue Lösung, die im ausgewiesenen Mischgebiet auch gewerblich ausfallen könne, nicht abreißen, sei er vertraglich jedoch verpflichtet, die „unansehnliche“ Fassade zu sanieren und sie optisch herzurichten.

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