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#HelpLebanon

Thema: Beirut - eine Stadt in Trümmern. - Nach der verheerenden Explosion im Libanon ist es an der Zeit, dass sich etwas Positives entwickelt.

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Beirut liegt in Trümmern. Nach der verheerenden Explosion vor zwei Wochen ist die Stadt zerstört. Hunderte Menschen sind gestorben, Tausende wurden verletzt, Hunderttausende haben ihr Zuhause verloren. Für den Wiederaufbau haben viele Staaten ihre Unterstützung zugesagt.

Auch die Bürger sind nach der gewaltigen Detonation aktiv geworden. Vielleicht haben Sie im Internet oder im Fernsehen Bilder von den Aufräumarbeiten in der Hauptstadt gesehen. Mit Besen haben die Libanesen Straßen gekehrt, sie haben ihre Mitmenschen mit Essen versorgt und Verletzten geholfen. Viele Organisationen haben zu Spendenaktionen aufgerufen - im Internet werden Beiträge zum Beispiel unter dem Hashtag #HelpLebanon geteilt.

Aktiv geworden sind auch die Eigentümer von Bars, Restaurants und Cafés in Beiruts Ausgehviertel. Sie haben bereits vor der Explosion am 4. August gelitten - unter der Wirtschaftskrise und der Corona-Pandemie. Mit Spendengeldern hoffen sie, ihre Läden wieder aufbauen zu können - ich hoffe es auch.

Das Nachtleben in Beirut - und anderen libanesischen Städten - ist herrlich. Und ich meine damit nicht das Party machen in Clubs und Diskotheken. Ich meine die abendlichen Treffen mit Freunden in Cafés oder das Beisammensein mit der Familie in Restaurants.

Viele Gaststätten sind am frühen Abend schon völlig in den Rauch von Wasserpfeifen gehüllt. An den Wänden in den Lokalen hängt ein Fernseher neben dem anderen - auf allen Geräten wird meist dasselbe übertragen: Sport. Große Gruppen sitzen gemeinsam an einem Tisch, der immer voll mit Essen ist, und reden wild durcheinander.

Das Nachtleben beschränkt sich im Libanon nicht nur auf die Wochenenden. Auch unter der Woche sind Restaurants oft voll. Um 22 Uhr noch warmes Essen bestellen? Kein Problem.

Ja, im Libanon ist so einiges anders im Vergleich zu Deutschland. Als Kind war eine Reise in den Nahen Osten für mich immer mit Aufregung und Bauchkribbeln verbunden. Seit ich älter geworden bin, hat sich daran eigentlich nichts geändert. Doch wird mir bei jedem Besuch bewusster, dass die Strukturen und das politische System das Land in den Abgrund treiben.

Dabei sind es die einfachsten Dinge, die im Libanon fehlen: Fußwege gibt es kaum. Eine Bahnverbindung? Fehlanzeige! Autos drängeln sich alle über die einzige Autobahn, die durchs Land führt. Und mit drängeln, meine ich drängeln: Aus einer zweispurigen Straße wird schnell eine drei- vielleicht auch vierspurige. Überholt werden darf überall. Stehenbleiben an einem der zahlreichen Shops (oder ganzen Einkaufszentren) am Rand der Autobahn geht übrigens auch immer.

Es ist eine andere Welt, in die ich jedes Jahr gerne reise. Wegen der Corona-Pandemie hatte ich mich bereits damit abgefunden, 2020 auf den Besuch zu verzichten. Doch bleibt es bei dem Verzicht 2020? Wie wird es im Libanon weitergehen? Ich verfolge gespannt die Entwicklungen und hoffe, dass sich nun, nachdem die Welt aufmerksam auf die Probleme des Landes geworden ist, etwas zum Positiven entwickeln wird. Schrecklich nur, dass Beirut erst unter Trümmern begraben werden musste.

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