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Heiraten als Absicherung?

Thema: Lebenseinkommen bei Männern und Frauen – Wenn sich etwas an der Kluft bei den Lebenseinkommen zwischen Männern und Frauen ändern soll, bedarf es eines Kulturwandels in Politik und Arbeitswelt.

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Frauen verdienen aufs ganze Arbeitsleben gerechnet nur halb so viel Geld wie Männer. Für Mütter wird diese Lücke noch größer. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie erinnern daran, dass sowohl Politik als auch Gesellschaft in der Verantwortung stehen umzudenken, um die Kluft kleiner werden zu lassen; sie bestenfalls sogar zu beseitigen.

Das traditionelle Rollenmodell: In Familien sind überwiegend Männer die Hauptverdiener. Frauen arbeiten entweder halbtags oder Teilzeit, um sich um den Nachwuchs kümmern zu können. Dabei können verheiratete Frauen als Zweitverdienerinnen die Lücke noch einigermaßen ausgleichen. Alleinerziehende Mütter nicht. In Zahlen:  Eine verheiratete Frau mit Kind kommt im Schnitt auf ein Lebenseinkommen von knapp 700.000 Euro, eine alleinerziehende Frau dagegen auf nur rund 520.000 Euro. Abseits dessen sorgt der "Karriereknick Baby" auch dafür, dass Frauen kürzer erwerbstätig sind als Männer, weil sie meist länger in Elternzeit gehen. Falls sie in den Beruf zurückkehren, erfolgt dies oft in Teilzeit. Meist dauert es 7 Jahre, bis Frauen wieder eine Vollzeitstelle antreten (wenn überhaupt).

Frauen arbeiten in anderen Branchen: Die meisten Frauen arbeiten in Berufen mit eher niedrigen Gehältern. Um ein Beispiel zu nennen: In Erziehungs- und sozialen Berufen arbeiten laut Bundesagentur für Arbeit 87,3 Prozent Frauen. In maschinenbautechnischen Berufen sind es nur 10,3 Prozent.

Frauen sind nicht in Führungspositionen: Nur 28 Prozent der Führungspositionen in Deutschland sind zurzeit mit Frauen besetzt, 2 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Weniger Personalverantwortung bedeutet oft weniger Gehaltszuschlag.

Es ist an der Sozialpolitik und der Unternehmenskultur in Deutschland, diesem Trend entgegenzuwirken. Dazu dürfte nicht mehr das Ehegattensplitting und Mitversicherung verstärkt, sondern Konzepte entwickelt werden, um insbesondere alleinerziehende Mütter stärker zu unterstützen. Wenn es an Kita-Plätzen mangelt, müssen Unternehmen zwangsweise umdenken und kinderfreundlicher werden. Dafür braucht es einen kulturellen Umbruch in der Republik, damit Heiraten nicht die beste Absicherung bleibt. Dieser scheint in der derzeitigen Situation jedoch in weite Ferne zu rücken.

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