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Haushalt 2023: Lastrup investiert in Schulen und Infrastruktur

Die Gemeinde Lastrup rechnet für das Haushaltsjahr mit einem Kreditbedarf von fast 3 Millionen Euro. Neben den gestiegenen Energiepreisen hat die Kommune mit weiteren Belastungen zu kämpfen.

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Nimmt viel Geld in die Hand: Die Gemeinde Lastrup muss unter anderem für die Umsetzung des Generalentwässerungsplans tief in die Tasche greifen. Foto: Wienken

Nimmt viel Geld in die Hand: Die Gemeinde Lastrup muss unter anderem für die Umsetzung des Generalentwässerungsplans tief in die Tasche greifen. Foto: Wienken

Das Haushaltsjahr 2022 der Gemeinde Lastrup ist so gut wie abgeschlossen: Aktuell ist der Haushalt mit einem Fehlbedarf von rund 1,9 Millionen Euro unausgeglichen. Doch die gute Nachricht: "Nach jetzigem Stand wird sich im Rechnungsergebnis kein Defizit ergeben, weil allein bei der Gewerbesteuer Mehrerträge von circa 2,5 bis 3 Millionen Euro gegenüber dem Ursprungsplan zu erwarten sind", berichtete Kämmerer Josef Pahls auf der jüngsten Ausschusssitzung. Dadurch ergibt sich am Jahresende ein Überschuss von 2.434.000 Euro. Außerdem hat sich der Schuldenstand von 3,4 Millionen Euro auf rund 2,7 Millionen Euro verringert.

Der Gemeinderat hat zudem die Haushaltsplanung für 2023 auf den Weg gebracht. Die Kommune rechnet dafür im kommenden Jahr mit einem Kreditbedarf von fast 3 Millionen Euro. "Der größte Brocken neben steigenden Energiepreisen und Personalkosten stellt dabei der Generalentwässerungsplan dar, hierfür muss die Gemeinde insgesamt rund 10 Millionen Euro investieren", erklärte Ratsherr Felix Klugmann. Das Investitionsvolumen verteile sich dafür auf die kommenden Haushaltsjahre.

So veranschlagt die Gemeinde etwa für den Bau von Regenrückhaltebecken an der Wallstraße und am Unnerweg Kosten in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro. Zudem fallen 606.000 Euro für die Erneuerung der Regenwasserkanalisation der Linderner Straße und der Molberger Straße an. Die Sanierung der Linderner Straße ist mit 410.000 Euro im Haushaltsplan 2023 miteinkalkuliert, die Molberger Straße folgt 2024.

Höhere Personalkosten sind weitere Gründe für den Mehrbedarf

"Weitere Gründe für den Kreditbedarf von knapp 3 Millionen Euro sind die gestiegenen Personalkosten. Da voraussichtlich mehr Wohngeldanträge gestellt werden, ist weiteres Personal für die Bearbeitung notwendig. Außerdem haben wir die Krippe Wolkennest erweitert und da wir den Eltern flexiblere Betreuungszeiten anbieten wollen, benötigen wir eine weitere Betreuungskraft", sagt Kämmerer Josef Pahls.  Zudem fordert die Gewerkschaft Verdi im Tarifstreit eine Lohnerhöhung von 10,5 Prozent. Die Gemeinde hat dafür eine Erhöhung von 6 Prozent veranschlagt.

Was die Energiepreisentwicklung betrifft, muss sich die Gemeinde strecken. "Die Gaspreise haben sich im Vergleich zu 2021 fast versiebenfacht von 4 Cent pro Kilowattstunde auf knapp 28 Cent pro Kilowattstunde", berichtet Josef Pahls. Dies sei der momentane Ist-Zustand. Für die Kostenaufstellung hat der Rat für die Liegenschaften der Gemeinde einen jährlichen Erdgasbedarf von rund 2.550.000 kWh zugrundegelegt. Die Kosten für 2023 betragen demnach 714.000 Euro. "Beim Strompreis rechnen wir noch verhältnismäßig moderat mit einer Verdopplung", so Pahls.

Doch nicht nur die Kosten sind im Wachstum: So sollen die Schulen im Gemeindegebiet erweitert werden. Übergangsweise werden dafür an der Astrid-Lindgren-Grundschule in Lastrup 2 Klassencontainer und einer an der Grundschule Hemmelte genutzt. Für die Erweiterung beider Schulen seien bereits erste Konzepte erstellt worden, teilte Bürgermeister Michael Kramer mit. Der Haushalt 2023 konzentriert sich jedoch zunächst auf die Ausstattung der beiden Einrichtungen, zum Beispiel durch die Anschaffung von iPads und Digitalboards sowie neues Mobiliar.

Auch die Förderung der örtlichen Vereine nimmt die Gemeinde in den Blick: So sollen zum Beispiel die Dorfgemeinschaften in Hamstrup, Schnelten und Kneheim bei der Instandhaltung beziehungsweise dem Neuaufbau ihres Dorfgemeinschaftshauses unterstützt werden. Die Gemeinde hat auf Wunsch der Bürger in Kneheim und Nieholte das ehemalige Geschäft Bokern erworben. Dort soll mit einem Clubraum ein Begegnungszentrum für die Einwohner geschaffen werden. Ein digitaler Tante-Emma-Laden ist zudem dort vorgesehen, um die Dorfmitte in Kneheim zu beleben.

Der Musikverein Schnelten erhält von der Gemeinde eine Förderung von 4000 Euro, da sich die Musiker an Christi Himmelfahrt um die Ausrichtung des Kreismusikfestes kümmern werden. "Mit den Zuwendungen wollen wir die Arbeit der Vereine und Dorfgemeinschaften honorieren. Schließlich tragen sie zu einem lebendigen Gemeindeleben bei", resümierte Ratsfrau Susanne Schnelten.

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