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Hanau bleibt, aber ...

Thema: Gedenken an rassistischen Anschlag – Vor 2 Jahren tötete ein Deutscher neun Menschen. Es ist zu befürchten, dass weitere derartige Taten folgen.

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Rassismus ist kein Heilmittel, sondern ein Gift. Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Und: Rassismus ist kein fernes Phänomen, sondern in Deutschland so real wie Tag und Nacht. Anders formuliert: Rassistische und rechtsextreme Gewalt gegen Ausländer sind in diesem Land alltäglich. Das merken viele Menschen mit Migrationshintergrund am eigenen Leibe. Immer und immer wieder. Einige von ihnen überleben es nicht.

Dazu zählen Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili-Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. Sie alle wurden vor zwei Jahren von einem Deutschen erschossen. Aus rassistischen Motiven.

Es kam nicht aus dem Nichts, es ist kein Einzelfall. Wie verstörend ist daher das bei viel zu vielen Menschen ausgeprägte Verhaltensgemisch, das von achselzuckender Teilnahmslosigkeit gegenüber den Taten bis hin zu offener Verachtung gegenüber allem Fremden reicht.

Wohl nicht das letzte Kapitel auf langer Liste

Um gegen eine Islamisierung des Abendlandes zu demonstrieren, gehen montags noch immer einige Leute auf die Straße. Noch deutlich mehr tun dies jetzt, um gegen ein Stück Stoff vor dem Mund aufzubegehren, das angeblich die Freiheitsrechte einschränkt. Um gegen gesellschaftszersetzende Umtriebe wie Hass, Hetze, Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus aufzustehen, sind derweil nicht nur montags, sondern auch an allen anderen Tagen relativ wenige auf der Straße.

Auch daher ist zu befürchten, dass Hanau zwar als Mahnmal bleibt, aber nicht das letzte Kapitel auf der langen Schreckensliste sein wird, auf der auch Orte wie Solingen, Mölln und Rostock stehen.

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