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Gute Miene zum bösen Spiel

Thema: Verbale Kehrtwende in der Union – Markus Söder rüstet rhetorisch spürbar ab, übt sich gar in Demut. Dabei ist die Entscheidung längst gefallen.

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Die verbale Kehrtwende ist unüberhörbar. Wer Markus Söder die Kreide verabreicht hat, ist ungewiss. Der bayerische Politstratege rüstet rhetorisch spürbar ab, überdeckt seinen Mitbewerber Armin Laschet mit Freundlichkeiten und übt sich sogar in so etwas wie Demut: Die CSU sei die kleinere Schwester in der Union, die sich nicht überheben wolle. "Nachtigall ick hör dir trapsen.“"

Demut und Söder pflegen weiß Gott kein enges Verwandtschaftsverhältnis – kleine Schwester hin oder her. Insofern passt die plötzliche Harmonie so gar nicht ins bisherige Kalkül. Gleichzeitig lädt Laschet zur außerordentlichen Vorstandssitzung ein und kündigt sogar eine rasche Entscheidung an. Wichtig sei es, dass die Union die Wahl gewinne – mit einem gemeinsamen Kandidaten, der von allen unterstützt werden könne und müsse. Unterm Strich: Die Entscheidung ist gefallen. Nun geht es darum, ohne Gesichtsverlust aus dem Dilemma herauszukommen.

Meine Prognose: Söder wird's werden. Nicht nur die Junge Union, auch verschiedene Landesverbände haben sich für ihn ausgesprochen, die Umfragen sowieso. Aus meiner Sicht fehlte Laschet die deutliche und laute Unterstützung aus den eigenen Reihen. Sie fehlte, weil sie ihn nicht wirklich wollten. Bitter für den neuen CDU-Chef. Kein Wunder, wenn er eingeknickt wäre. Sollte es so sein, wäre das Image des NRW-Ministerpräsidenten deutlich ramponiert. Wie auch immer die Taktik für eine respektvolle Niederlage aussieht: Die gute Miene zum bösen Spiel dürfte nicht reichen.

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