Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Grüne/UWG kritisieren Kreis-Klimaschutzkonzept

Der Kreistagsgruppe gehen die Maßnahmen nicht weit genug. Weitere Bausteine sollen jetzt zwar angegangen werden, andere Kommunen seien da jedoch ambitionierter.

Artikel teilen:
Treibhausgasbilanz des Landkreises: Die Aufteilung der Emissionen auf die Sektoren für das Jahr 2019.   Grafik: Lk Clp

Treibhausgasbilanz des Landkreises: Die Aufteilung der Emissionen auf die Sektoren für das Jahr 2019.   Grafik: Lk Clp

Ein Maßnahmenkatalog für den Klimaschutz sowie ein Zeit- und Handlungsplan für die kommenden 4 Jahre will der Landkreis nun vorlegen. Dies geht aus der jüngsten Sitzung des Kreistages hervor, laut Beschlussvorlage wird die Umsetzung von Maßnahmen dann von den Klimaschutzmanagern koordiniert. Die Kreisverwaltung wird dazu einen Förderantrag mit weiterhin 2 Personalstellen über die Kommunalrichtlinie stellen.

Die Mitglieder sprachen sich mehrheitlich für dieses Vorgehen aus, die Gruppe Grüne/UWG stimmte dagegen. "Wir haben das Problem, dass es in dem Konzept keine Klimaneutralität bis 2035 gibt", sagte Fabian Wesselmann von den Grünen. Der Klimawandel sei die existenzielle Krise und Herausforderung dieser Zeit. "Ich möchte nicht, dass wir jetzt die C02-Emmissionen aufbrauchen und die Folgen späteren Generationen aufbürden." Andere Kommunen seien ambitionierter, auch der Landkreis Cloppenburg müsse vorangehen und anderen zeigen, wie Klimaschutz geht.

Klimawandel ist auch ein ökonomisches Probelm

"Auch im Landkreis Cloppenburg lassen sich Änderungen des Klimas bereits beobachten", heißt es im vorgelegten Konzept der Verwaltung. So waren 18 der vergangen 20 Jahre wärmer als der Durchschnitt mit einem maximalen Temperaturmittelwert im Jahr 2020 von 10,9 Grad Celsius, das sind 1,7 Grad mehr als im langjährigen Mittel. "Dazu kommt eine Verschiebung der Niederschläge in die Wintermonate." Auch aus ökonomischer Sicht stelle der Klimawandel somit eine große Herausforderung dar, vor allem in einer sehr landwirtschaftlich geprägten Region wie dem Landkreis Cloppenburg.

"Der Klimawandel ist also nicht ausschließlich eine ökologische Herausforderung, insbesondere hinsichtlich der Artenvielfalt, sondern auch in ökonomischer Hinsicht von Belang."Aus dem Klimaschutzkonzept des Landkreises

Im Falle eines ungebremsten Klimawandels sei im Jahr 2100 in Deutschland zum Beispiel durch Stürme, Hochwasser und Mindereinnahmen der öffentlichen Hand mit Mehrkosten in Höhe von 0,6 bis 2,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu rechnen. "Der Klimawandel ist also nicht ausschließlich eine ökologische Herausforderung, insbesondere hinsichtlich der Artenvielfalt, sondern auch in ökonomischer Hinsicht von Belang", heißt es in dem 330 Seiten umfassenden Kreis-Konzept. Über Fortschritte in der Klimaschutzarbeit soll regelmäßig im Ausschuss für Planung und Umwelt berichtet werden.

Wie weiter aus der Beschlussvorlage hervorgeht, "ist eine frühere Treibhausgasneutralität unter den aktuellen Rahmenbedingungen und Handlungsmöglichkeiten nicht prognostizierbar". Helfen könnten nach Angaben eines Beratungsbüros unter anderem technische Innovationen und insbesondere die Einbindung aller Städte und Gemeinden. Ein momentan realistisches Szenario mit einem konsequent verfolgten Klimaschutz ergebe ein Einsparpotenzial von 85 Prozent der Emissionen bis zum Jahr 2050. Um die Klimaschutz-Arbeit überprüfen zu können, hat sich die Verwaltung Ziele in verschiedenen Bereichen gesetzt. 

Kreis setzt sich Ziele

Eigene Liegenschaften: Die Verwaltung will Vorbild für die Bürger und Unternehmen sein, sie strebt eine treibhausneutrale Verwaltung an. 

Bauen, Sanieren und privater Haushalt: Erneuerbare Energien im Strom- und Wärmebereich sollen ausgebaut, zudem soll die Sanierungsquote gesteigert werden. Auch ein Ausbau der Energieeffizienz in privaten Haushalten sowie eine Reduzierung der Flächenversiegelung wird geplant.

Mobilität: Der öffentliche Nahverkehr wird weiter ausgebaut und der Umweltverbund wird gestärkt. Dazu soll eine nachhaltige Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen gesichert werden. Die Verwaltung plant, die E-Mobilität und das Fahrrad als Verkehrsmittel zu unterstützen

Landwirtschaft: Die Erhaltung und Förderung natürlicher Senken sowie die Umsetzung der Maßnahmen im Einklang mit dem Naturschutz sind geplant.

Wirtschaft: Unternehmen sollen im Bereich Energieeffizienz und beim Einsatz erneuerbarer Energien unterstützt und gefördert werden. Zudem sollen (Fort-)Bildungsangebote im Bereich Klimaschutz gestärkt werden.

Bildung: Klimaschutzthemen werden schulisch und außerschulisch etabliert, durch Informationen und Öffentlichkeitsarbeit soll die Bevölkerung sensibilisiert werden. 

Jetzt neu! Moin Friesoythe! Der wöchentliche Newsletter für die Eisenstadt mit aktuellen News und Informationen. So verpassen Sie nichts mehr. Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach. Jetzt hier anmelden.  

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Grüne/UWG kritisieren Kreis-Klimaschutzkonzept - OM online