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Grüne: Neuer Schlachthof wäre "Schritt in die falsche Richtung"

Die Ortsgruppe Damme/Südkreis Vechta der Partei gibt kurz vor der politischen Entscheidung im Gemeinderat Steinfeld ein Statement ab.

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Umstrittenes Vorhaben: Das Unternehmen Gut Bergmark Premium Geflügel beabsichtigt, im Südwesten Steinfelds einen neuen Schlachthof zu bauen. Ortsgruppe Damme/Südkreis Vechta von Bündnis 90/Die Grünen spricht sich gegen die Ansiedlung aus. Foto: Timphaus

Umstrittenes Vorhaben: Das Unternehmen Gut Bergmark Premium Geflügel beabsichtigt, im Südwesten Steinfelds einen neuen Schlachthof zu bauen. Ortsgruppe Damme/Südkreis Vechta von Bündnis 90/Die Grünen spricht sich gegen die Ansiedlung aus. Foto: Timphaus

Die Ortsgruppe Damme/Südkreis Vechta von Bündnis 90/Die Grünen bewertet die mögliche Ansiedlung eines neuen Geflügelschlachthofs in Steinfeld als "gänzlich falsches Signal und einen Schritt in die falsche Richtung". Das hat die Partei am Donnerstag in einer Erklärung mitgeteilt; kurz vor der entscheidenden Ratssitzung.

Das höchste politische Gremium der Gemeinde muss ab 17 Uhr in der Aula der Don-Bosco-Schule darüber beschließen, ob es dem für das Vorhaben notwendigen Verkauf einer 5,5 Hektar großen kommunalen Gewerbefläche im Industriegebiet "Handorfer Straße II" an das Unternehmen Gut Bergmark Premium Geflügel zustimmt.

Der Steinfelder Geflügelproduzent beabsichtigt den Neubau eines Geflügelschlachthofs in Sichtweite zum Firmensitz am Rouen Kamp. In dem neuen Betrieb könnten künftig bis zu 95.000 Hähnchen pro Tag geschlachtet werden. Nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Dirk Heidler liegt das Investitionsvolumen für das Projekt bei 25 bis 30 Millionen Euro. Bis zu 200 neue Arbeitsplätze könnten in der Gemeinde im Südkreis Vechta entstehen.

Grüne sehen steigendes Bewusstsein für umwelt- und klimafreundlichere Politik

Die Grünen-Ortsgruppe schreibt, dass angesichts der Klimakrise auch im Oldenburger Münsterland das Bewusstsein für eine umwelt- und klimafreundlichere Politik steige. "Der Wille zu Veränderungen ist vielerorts da."

Als Schlüsselelemente bewertet die Partei den Schutz der Böden, des Wassers und der Artenvielfalt sowie einen achtsamen Umgang mit Flächen und Ressourcen und eine Reduzierung der Tierbestände. Ausgehend von einigen Zahlen aus der Region konstatiert die Grünen-Ortsgruppe, dass "konventionelle Landwirtschaft und Intensivtierhaltung" derzeit "tragende Säulen der hiesigen Wirtschaft" seien. Höher, schneller weiter – dieses Motto sei für die ökonomische und ökologische Zukunftsfähigkeit der Region jedoch der falsche Schritt, urteilen die Mitglieder der Ökopartei.

Grüne prognostizieren bekannte Probleme im geplanten Geflügelschlachthof

Die Probleme der Branche – Tiertransporte, erheblicher Wasserverbrauch sowie prekäre Arbeits- und Wohnverhältnisse der Mitarbeiter – seien allseits bekannt. Auch der geplante Schlachthof in Steinfeld werde von einigen dieser Probleme betroffen sein, prognostizieren die Grünen in ihrer Mitteilung.

"Besonders im Hinblick auf die Grundwasserproblematik der Kommunen, von der die Nachbargemeinde Holdorf zurzeit in besonderem Ausmaß betroffen ist, halten wir Grünen den Bau eines neuen Schlachthofs für nicht verantwortbar", heißt es.

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