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Grüne/Linke beantragen Bestattungswald in Löningen

Die Gruppe Grüne/Linke fordert eine alternative Bestattungsform für die Stadt im Cloppenburger Südkreis. Experten sollen in einer interfraktionellen Sitzung des Stadtrats darüber entscheiden.

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Vorbild: Die Stadt Meppen unterhält seit Jahren einen Friedhofswald im Ortsteil Roheide, der idyllisch gelegen ist und von einem Altarm der Hase umschlossen wird. Foto: Schäpker

Vorbild: Die Stadt Meppen unterhält seit Jahren einen Friedhofswald im Ortsteil Roheide, der idyllisch gelegen ist und von einem Altarm der Hase umschlossen wird. Foto: Schäpker

Die Gruppe Grüne/Linke im Löninger Stadtrat möchte, dass in der Stadtgemeinde eine alternative Bestattungsform geschaffen wird. In einem  Schreiben an Bürgermeister Marcus Willen erläutert sie den Wunsch nach einem dafür notwendigen Beschluss des Stadtrates. "Wir möchten, dass die Stadtverwaltung beauftragt wird, die Möglichkeiten zum Errichten eines Bestattungswaldes zu prüfen", erläutert Egbert Schäpker (Grüne) das Anliegen der Gruppe gegenüber OM online.

Gleichzeitig beantragt die Gruppe, dass zuvor in einer interfraktionellen Sitzung ausführlich von Experten und von Personen, die von Berufs wegen mit dieser Problematik zu tun haben, über die "letzte Ruhe unter Bäumen" informiert wird. "Dies ist ein sensibles Thema, da ist es unbedingt notwendig, dass wir uns vorher informieren bevor die eigentlichen Beratungen in den Ratsgremien losgehen", betont Schäpker.

Ausdrücklich gewünscht wird, dass Dechant Bertholt Kerkhoff für die katholische Kirchengemeinde St. Vitus und Martina Wittkowski als Kreispfarrerin des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Oldenburger Münsterland und frühere Pfarrerin der Trinitatis-Gemeinde Löningen Stellung beziehen.

Dechant hat Bereitschaft zur Teilnahme bekundet

Kerkhoff hat bereits seine Bereitschaft, an einer solchen Versammlung teilzunehmen und Stellung zu beziehen, bekundet. Eingeladen werden sollten nach den Vorstellungen der Gruppe auch ein Repräsentant der Arbeitsgemeinschaft Denkmal und Friedhof und  der Friedwald GmbH. Das Unternehmen bietet die Möglichkeit an dutzenden Standorten im deutschsprachigen Raum, die Asche von Verstorbenen in einer Urne unter einem Baum beisetzen zu lassen. Der nächstgelegene Friedwald befindet sich in Bramsche.

In der Stadt Cloppenburg wird aktuell die Einrichtung eines Bestattungswaldes vorbereitet. Weitere Möglichkeiten gibt es im Oldenburger Münsterland aktuell nicht. Im Nachbarlandkreis Emsland besteht die Möglichkeit zu dieser alternativen Bestatttungsform in der Stadt Meppen und in der Stadt Sögel. Bisher gibt in der Stadtgemeinde Löningen 2 Friedhöfe: den öffentlichen katholischen Friedhof und den kleinen evangelischen Friedhof hinter der Kirche an der Haselünner Straße.

Wandel der Bestattungskultur auch auf dem Lande

Die Gruppe begründet ihren Vorstoß mit dem auch auf dem Lande zu beobachtenden tiefgreifenden Veränderungen, die auch in einem Wandel der Bestattungskultur ihren Ausdruck finden. Dies gehe einher mit dem Bedürfnis nach einem größtmöglichen Maß an Entscheidungsfreiheit  auch über den Tod hinaus. Vor allem aber wandelten sich die familiären Möglichkeiten für die Grabpflege. Die jüngeren Angehörigen lebten und arbeiteten häufig an einem anderen Ort, so dass die Pflege deutlich schwieriger sei. Daher wächst der Wunsch nach einer möglichst "pflegeleichten" Form der letzten Ruhe.

In Meppen werden die Urnen kreisförmig um die Baumstämme beigesetzt. Die Bäume selbst sind durch Nummern markiert, ein Namensschild des Verstorbenen wird angebracht. Es gibt die Möglichkeit von Familien- und Freundschaftsbäumen mit unterschiedlichen Wertungs- und Kostenstufen je nach Stammdurchmesser und einer Verlängerung der regulären Ruhezeit von 20 Jahren.

Bürgermeister Marcus Willen zeigt Verständnis für den Vorstoß. Das Friedhofswesen sei eine kommunale Aufgabe. Auch er sehe den gesellschaftlichen Wandel und das wachsende Bedürfnis zu anderen als den traditionellen Bestattungsformen. Es habe vor Jahren die Überlegung  gegeben, Laubbäume auf einer Fläche in Werwe anzupflanzen, die dann als Bestattungswald genutzt werden sollte.

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