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Grüne fordern Fahrradzone in der Vechtaer Innenstadt

Mehrere Maßnahmen sollen zur Verringerung des Verkehrsaufkommens auf der Einkaufsmeile beitragen. Für die Antragsteller sind die Vorschläge erst der Anfang eines neuen Konzeptes.

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Hohes Verkehrsaufkommen auf der Großen Straße in Vechta: Bei einer Umwandlung zur Fahrradstraße müssten Autofahrer besondere Rücksicht nehmen. Sie dürften Radfahrer weder behindern noch gefährden. Foto: Speckmann

Hohes Verkehrsaufkommen auf der Großen Straße in Vechta: Bei einer Umwandlung zur Fahrradstraße müssten Autofahrer besondere Rücksicht nehmen. Sie dürften Radfahrer weder behindern noch gefährden. Foto: Speckmann

Die Grünen schlagen ein neues Verkehrskonzept für die Vechtaer Innenstadt vor. Das Hauptanliegen der Ratsfraktion besteht darin, das Aufkommen der Kraftfahrzeuge zu verringern und Fahrradfahrern mehr Freiheiten einzuräumen. Durch verschiedene Maßnahmen könnten die Aufenthaltsqualität auf der Einkaufsmeile erhöht und zugleich ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

Der Verwaltungsausschuss hat sich bereits mit dem vorliegenden Antrag befasst. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt, soll das Thema nun in einer der nächsten öffentlichen Sitzungen des Ausschusses für Umwelt, Planen und Bauen auf den Tisch kommen. Ob aus den vielfältigen Anregungen dann bereits erste konkrete Maßnahmen abgeleitet werden, müssen die Beratungen in den Gremien und Fraktionen zeigen.

Vorfahrt für Pedalritter ist das Prinzip

Für die Grünen steht fest, dass allein schon aufgrund der Emissionen etwas getan werden muss. Karl-Heinz Teuber verweist auf den Anteil des Verkehrs in der städtischen Klimabilanz sowie Forderungen nach einer Entspannung der innenstädtische Lage. "Um in diesem Bereich einen Beitrag für das gesetzte Ziel einer Treibhausneutralität bis 2035 zu erreichen, bedarf es einer Neukonzeption", sagt der Fraktionschef.

Fahrradstraßen gibt es in vielen Städten. Zusatzschilder erlauben die Nutzung für Autos und Motorräder. Foto: SpeckmannFahrradstraßen gibt es in vielen Städten. Zusatzschilder erlauben die Nutzung für Autos und Motorräder. Foto: Speckmann

An erster Stelle des geforderten Maßnahmenkatalogs steht die Einrichtung einer Fahrradzone. Das betrifft Große Straße, Neuer Markt und Bremer Straße. Durch eine Beschilderung sollen Kraftfahrzeuge zwar weiterhin zugelassen sein, sich Radfahrern aber unterordnen müssen. Die Pedalritter dürften auf der so genannten Fahrradstraße sogar nebeneinander fahren, auch wenn der Autofahrer dann nicht überholen kann.

"Es soll ein Versuch sein, die Autofahrer zu sensibilisieren. Sie müssen mehr Rücksicht nehmen."Karl-Heinz Teuber, Fraktionschef der Grünen im Vechtaer Stadtrat

"Es soll ein Versuch sein, die Autofahrer zu sensibilisieren. Sie müssen mehr Rücksicht nehmen", erläutert Teuber. In diesem Zusammenhang verweist er auf entsprechende Regelungen in anderen Städten. Dabei genügt schon ein Blick ins benachbarte Lohne. Dort ist eine solche Fahrradstraße bereits vor einigen Jahren auf Teilstücken der Lindenstraße und Brinkstraße eingeführt worden.

Zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs auf der Großen Straße fordern die Grünen eine neue Vorfahrtsregelung am Bremer Tor. Außerdem regt die Fraktion eine Optimierung des Fahrplans für den Stadtbus an. Durch eine höhere Taktung ließe sich der motorisierte Verkehr aus den Außenbereichen in die Innenstadt reduzieren. Dazu könne auch eine andere Preisgestaltung beitragen.

Um das Verkehrsaufkommen zu reduzieren, soll die Stadt auch die Parkmöglichkeiten an der Großen Straße einschränken und die Gebühren erheblich erhöhen. Dadurch würde das Parkhaus am Bahnhof stärker frequentiert, so die Hoffnung der Grünen. Durch eine Erweiterung der Angebotsflächen von Einzelhandel und der Gastronomie sowie die Schaffung von Ruhezonen ließe sich die Aufenthaltsqualität auf der Einkaufsmeile steigern.

"Uns ist bewusst, dass diese vorgeschlagenen Maßnahmen zum Teil ein erhebliches Umdenken bei den Verkehrsteilnehmern erfordert. Es ist eine Zeitfrage, bis sich die Leute daran gewöhnen", erklärt der Fraktionschef. Dennoch seien die Vorschläge erst der Anfang einer Optimierung. Es bestehe die Notwendigkeit der Veränderung, um eine Verbesserung der innerstädtischen Situation zu erreichen.

Bürgermeister sieht viele Berührungspunkte

Bürgermeister Kristian Kater (SPD) sieht in dem Antrag der Grünen viele Berührungspunkte mit aktuellen städtischen Projekten, die sich mit den Themen Innenstadt, Verkehr und Klimaschutz befassen würden. So sei der Verkehrsversuch am Bremer Tor noch nicht abgeschlossen. Der Masterplan befinde sich in der Entstehung und die Beiträge zur Klima-Ideen-Karte müssten noch analysiert und auf Umsetzbarkeit geprüft werden.

"All diese Dinge müssen wir vernünftig zusammenbringen und nicht getrennt voneinander sehen", erklärt der Bürgermeister. Deshalb mache es aus seiner Sicht aktuell wenig Sinn, kurzfristige Arbeitsaufträge für einzelne Maßnahmen an die Verwaltung zu erteilen, so wie die Grünen es sich in ihrem vorliegenden Antrag erhoffen. "Wir müssen das Gesamte im Blick haben", meint der Verwaltungschef.

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