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Grundschule Garrel: Ganztagesangebot soll nur bis 14.45 Uhr gelten

Ganztagsschule ja, Betreuung aber nur bis 14.45 Uhr. So sieht aktuell der Sachstand bei der Grundschule Garrel aus. Als Grund für die kurzen Betreuungszeiten werden zu hohe Kosten genannt.

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Ist die Grundschule Garrel nächstes Jahr endlich eine Ganztagsschule? Der entsprechende Antrag wurde Ende November gestellt. Foto: Hoff

Ist die Grundschule Garrel nächstes Jahr endlich eine Ganztagsschule? Der entsprechende Antrag wurde Ende November gestellt. Foto: Hoff

Eine Ganztagsschule mit einer Betreuung, die nur bis 14.45 Uhr gewährleistet wird? Diese Mitteilung sorgte bei den Mitgliedern des Schul- und Jugendausschusses für Unverständnis und löste eine Welle von Wortmeldungen aus.

Aber von vorne: Bürgermeister Thomas Höffmann erklärte jetzt in der Sitzung des politischen Gremiums, der Antrag zur Errichtung einer offenen Ganztagsschule ab dem Schuljahr 2022/2023 sei Ende November beim Regionalen Landesamt für Schule und Bildung eingegangen. Demnach soll die Grundschule Garrel von Montag bis Donnerstag Ganztagsangebote bis einschließlich 14.45 Uhr ermöglichen.

Das habe folgenden Hintergrund: Die Verwaltung hätte sich zwar ein Betreuungsangebot bis 15.30 Uhr gewünscht, allerdings dürfen laut Kultusministerkonferenz Schulen den Titel "Ganztagsschule" tragen, wenn ihren Schülerinnen und Schülern an mindestens drei Tagen in der Woche für täglich sieben Zeitstunden ein ganztägiges Angebot zur Verfügung gestellt wird. Dies habe auch die Schulleitung der Grundschule Garrel so mitgeteilt. Und weiter: Ein Betreuungsangebot von Montag bis Donnerstag bis 15.30 Uhr sei nicht ohne finanzielle Beteiligung des Schulträgers möglich, da die vom Land zur Verfügung gestellten Mittel hierzu nicht ausreichten. "Eine finanzielle Beteiligung jeglicher Art wird aus Sicht der Verwaltung jedoch nicht angestrebt, da wir hier das Land in der Pflicht sehen, ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen", betonte Höffmann.

Schülerinnen und Schüler müssten 50 Minuten warten, bis der nächste Bus fährt

Eine Betreuung bis lediglich 14.45 Uhr habe zudem zur Folge, dass Schüler und Schülerinnen, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen seien, 50 Minuten warten müssten, bis der nächste Bus fahre. Laut Schülerbeförderungssatzung des Landkreises Cloppenburg gilt als Wartezeit eine Zeitstunde nach Unterrichtsende als zumutbar. "Wir als Verwaltung haben diese Umstände zur Kenntnis genommen, haben aber das  Antragsverfahren trotzdem weiter vorangetrieben, um nicht noch ein Jahr weiter in Verzug zu geraten", sagte Höffmann, der mit dieser Lösung sichtlich unzufrieden war.

Zudem ergänzte er noch, dass es Gespräche mit der Gemeinde Molbergen gegeben habe, weil dort das Ganztagsangebot der Grundschule bis 15.30 Uhr laufe. Auch hier beteilige sich die Kommune nicht an den zusätzlichen Kosten, Zuschüsse und personelle Unterstützung gebe es von den Vereinen vor Ort. 

"Ich möchte noch mal an die Grundschule Garrel appellieren, die Betreuungszeit bis 15.30 Uhr auszuweiten"Dirk Koopmann (CDU)

Wenn Molbergen das mit "gutem Willen" hinbekomme, "dann möchte ich noch mal an die Grundschule Garrel appellieren, die Betreuungszeit bis 15.30 Uhr auszuweiten. Wir reden hier nicht von Oberschülern, die auf den Bus warten müssen, sondern von Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren", betonte Dirk Koopmann (CDU). Ratsfrau Birgit Werner (CDU) ergänzte: "Man kann Grundschüler nicht 50 Minuten alleine ohne Aufsicht an Bushaltestellen stehen lassen."

Aufgebracht zeigte sich auch Heike Robke (SPD): "Ich würde meine Kinder nicht bei Wind und Wetter so lange auf den Bus warten lassen. Von den Gefahren mal ganz abgesehen." Berufstätige Eltern, die auf das Ganztagsangebot angewiesen seien, bräuchten die Gewissheit, dass ihre Kinder gut aufgehoben seien. "Befremdlich" nannte Ausschussvorsitzender Rainer Engelmann die Situation. Koopmann schlug schließlich ein Treffen mit Vertretern der Grundschule Garrel, der Grundschule sowie der Gemeinde Molbergen vor, "um sich erklären zu lassen, wie im Nachbarort das Ganztagsangebot bis 15.30 Uhr gewährleistet werden kann." 

Für den Mensabereich der Grundschule Garrel soll zunächst eine Containerlösung angestrebt werden

Weiterhin informierte Höffmann, dass für den Mensabereich übergangsweise eine Containerlösung angedacht sei. "Die Essensausgabe soll dann auch ab dem Schuljahr 2022/2023 durch die Gemeinde Garrel erfolgen. Von unserer Seite ist noch zu klären, ob dies mit eigenem Personal oder durch die Inanspruchnahme eines Dienstleisters erfolgen soll."

Zudem soll laut Familienbundesministerium der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung 2026 neu geregelt werden. Heißt: Er sieht einen Betreuungsumfang von acht Stunden an allen fünf Werktagen vor. Die Unterrichtszeit werde angerechnet. Der Rechtsanspruch soll – bis auf maximal vier Wochen – auch in den Ferien gelten. Erfüllt werden kann der Rechtsanspruch in offenen und gebundenen Ganztagsschulen.

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