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Grüne kritisieren Umsetzung des Azubi-Tickets

Für einen Euro am Tag sollen Auszubildende den Nahverkehr in ihrer Region in Niedersachsen nutzen können. Die Umsetzung sorgt bei einer Partei für Unmut.

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Das Logo der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen. Foto: dpa/Kappeler

Das Logo der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen. Foto: dpa/Kappeler

Die Umsetzung des Azubi-Tickets für vergünstigten Nahverkehr in Niedersachsen stößt bei den Grünen auf Kritik. "Das Ticket geht voll an den Mobilitätsbedürfnissen junger Menschen vorbei", sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Detlev Schulz-Hendel. Wie aus einer Kleinen Anfrage des Landtagsabgeordneten hervorgeht, können nicht in allen Landkreisen Azubis mit einem solchen Ticket zum Start des Ausbildungsjahres rechnen. Das Ticket drohe etwa an bürokratischen Hürden und fehlendem Geld in den Kommunen zu scheitern.

Wie das Verkehrsministerium in Hannover auf Anfrage mitteilte, werden rund die Hälfte der Kommunen das Ticket zum 1. September einführen – in den anderen soll dies überwiegend zum Jahreswechsel geschehen. Im August greift noch das bundesweite 9-Euro-Ticket, womit das Bus- und Bahnfahren noch günstiger ist.

Schüler, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende haben laut Ministerium landesweit unabhängig von ihrem Alter Anspruch auf das Azubi-Ticket. Diese können dann für 30 Euro im Monat in ihrer Region den Nahverkehr nutzen. Niedersachsen unterstützt die Landkreise, kreisfreien Städte und Verkehrsverbunde dabei mit insgesamt 25 Millionen Euro in diesem Jahr, 2023 sind es dann 30 Millionen. Die Finanzierung des kommunalen Anteils sei nach Auskunft der Kommunen nahezu überall gesichert, hieß es aus dem Ministerium.

Grüne kritisieren, dass das Ticket nicht landesweit gilt

Die Grünen kritisieren etwa, dass das Ticket nicht landesweit gilt. "Im wirklichen Leben sind die Fahrtwege zur Schule, zum Ausbildungsplatz oder zur Dienststelle selten auf den heimischen Landkreis begrenzt", sagte Schulz-Hendel.

Das Ministerium entgegnete, dass ein landesweites Ticket erheblich teurer sei. Zudem sei mit der regionalen Gültigkeit der überwiegende Mobilitätsbedarf der Zielgruppe abgedeckt.

Der Regionalverband Großraum Braunschweig, zu dem die Städte Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg sowie fünf Landkreise gehören, teilte mit, dass sie bereits im Sommer 2020 ein Schüler- und Azubiticket für 30 Euro eingeführt hätten. Dies sei zunächst auf einen Zeitraum von 3 Jahren begrenzt. Der Regionalverband sprach von klaren Finanzierungsrisiken aufgrund immenser Kostensteigerungen, wie etwa beim Fahrpersonal oder Dieselkraftstoff. Eine Unterfinanzierung sei somit gegeben.

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