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Große Aue soll touristischer Anziehungspunkt werden

Barrierefreie Sitzmöglichkeiten und eine kleine Insel sollen am Brockenweg in Garrel entstehen – als Kompensationsfläche, die im Ausgleich für Baugebiete geschaffen werden muss.

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Die Aue soll zu einem touristischen Anziehungspunkt werden - mit Sitzmöglichkeiten. Foto: Hoff

Die Aue soll zu einem touristischen Anziehungspunkt werden - mit Sitzmöglichkeiten. Foto: Hoff

Die Gemeinde Garrel muss dringend Kompensationsflächen für aktuelle und zukünftige Projekte entwickeln. Ausgeglichen werden sollen damit die Flächen, die durch Neubauten versiegelt werden. Das ist eine Art Wiedergutmachung an der Natur. Jetzt sollen gleich 2 Kompensationsflächen auf gemeindeeigenem Gebiet entstehen. Zum einen in Kellerhöhe und zum anderen in Garrel. Diese Entscheidung hat der Umwelt-, Wirtschafts-, und Digitalisierungsausschuss einstimmig begrüßt, werden solche Flächen doch meist eher außerhalb des Gemeindegebiets realisiert.

Die Gemeinde besitzt nördlich des Baugebiets "Kellerhöhe II" noch zwei aneinander angrenzende Flurstücke, die wegen der bestehenden Sauergasleitung nicht für die Bebauung nutzbar sind; aktuell werden sie landwirtschaftlich genutzt. Ein Büro wurde mit der Planung dieser potenziellen Kompensationsfläche sowie der Ausarbeitung geeigneter Maßnahmen beauftragt. Angedacht ist, im zentralen Bereich eine Streuobstwiese und in den Randbereichen eine Wallhecke anzulegen. 43.476 Werteinheiten könnten so geschaffen werden. Kosten: 30.000 Euro. "Ich finde es sehr gut, dass wir wieder Kompensationsflächen auf unserem Gemeindegebiet anbieten können. Auch für die Kellerhöher ist diese Entscheidung eine Bereicherung", erklärte Stefan Meyer (CDU).

Große Aue soll touristischer Anziehungspunkt werden

Auch das Flurstück nördlich vom Brockenweg und östlich entlang der Großen Aue befindet sich im Eigentum der Gemeinde Garrel. "Hier bietet sich die Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen in Kombination mit einem Naherholungsbereich an", erklärte Bauamtsmitarbeiter Markus Banemann. Auf Höhe des Brockenwegs fließt die Bergaue in die Große Aue. "Ab hier sollen im weiteren Verlauf auf einer Länge von etwa 550 Metern Renaturierungsarbeiten erfolgen", sagte Banemann.

So sehen die Planungen entlang des Brockenwegs aus. Grafik: Gemeinde GarrelSo sehen die Planungen entlang des Brockenwegs aus. Grafik: Gemeinde Garrel

Die Verwaltung habe für den Gewässerausbau mit Naherholungsfunktion einen Plan erstellt, der als Grundlage für das beauftragte Planungsbüro zur Überprüfung dieser Kompensationsfläche diene. Die Renaturierungsarbeiten sollen zudem dazu führen, dass das neu gestaltete Gewässer ein Ort der Naherholung wird und für Touristen an Attraktivität gewinnt. "Wir wollen mit diesem Projekt bewusst neue Wege gehen und die Aue erlebbar machen für jede Altersgruppe", informierte Bürgermeister Thomas Höffmann. Dabei stehe die Natur im Vordergrund, "mit dem kleinen Naherholungsbereich schaffen wir wertvollen Raum". 

Ziel sei es, der Bevölkerung das Thema „Wasser“ wieder näherzubringen. "Die Menschen sollen den Fluss in seiner neuen Form wahrnehmen und die wiedererlangte Naturnähe schätzen lernen", so Banemann. Es sollen barrierefreie Sitzmöglichkeiten oberhalb der Böschungen geschaffen werden. Zusätzlich ist eine direkte Zuwegung zum Wasser geplant. Am Fluss selber sollen durch Blocksteine weitere Sitzmöglichkeiten geschaffen werden und zusätzliche Blocksteine im Flachwasserbereich zum Umherspringen und Verweilen auf dem Fluss einladen.

Um die Attraktivität des Bereiches zu steigern, ist der Einbau eines Steges von der Böschung zu einer neu errichteten Insel in der Mitte des Gewässers geplant –alles barrierefrei. Somit ist gewährleistet, dass auch ältere Personen, kleine Kinder oder Personen mit Einschränkung in der Mobilität sich dort gerne aufhalten.

Insgesamt kostet die Umsetzung 295.000 Euro

Die Kosten für den Bereich „Naherholung“ belaufen sich auf etwa 120.000 Euro, dafür können Fördermittel über das Projekt LEADER in Höhe von etwa 60 Prozent beantragt werden. Für die Renaturierungsarbeiten entlang des Gewässers werden noch einmal 175.000 Euro fällig. 

Martin Backhaus (CDU), der das Vorhaben für sehr gut befand, regte noch an, für die Besucher eine kleine Parkfläche zu schaffen. Markus Kemper (BfG) wollte wissen, ob noch weitere solcher grünen Oasen im Gemeindegebiet geschaffen werden könnten. "Ich finde das total klasse", sagte er. Tatsächlich gebe es mehrere solcher Ideen, die noch in der Planungsphase seien, entgegnete ihm Banemann. Stefan Meyer (CDU) war sich sicher, dass das Thema Wassermanagement zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnt. 

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