Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Großbauten in Bösel werden erst für neuen Rat wieder ein Thema

Noch gelten die alten Rechte in alten Wohngebieten. Um dort in Baulücken massive Gebäudekomplexe zu verhindern,  treten Politik und Verwaltung den Anträgen mit Veränderungssperren entgegen.

Artikel teilen:
Neues Wohngebiet an der Jägerstraße: Hier sind Großbauten mit mehreren Wohneinheiten in Randquartieren möglich. Foto: Claudia Wimberg

Neues Wohngebiet an der Jägerstraße: Hier sind Großbauten mit mehreren Wohneinheiten in Randquartieren möglich. Foto: Claudia Wimberg

Drei Sitzungen hätten in dieser Woche stattfinden sollen. Alle drei fallen aus und die nächste Zusammenkunft, die Politik und Verwaltung in Bösel planen, ist zumindest auf dem Papier auf den 28. Mai festgesetzt denn Sicherheit steht nach den jüngsten Erfahrungen grundsätzlich ganz oben auf der Tagesordnung. Wie berichtet, haben sich über 20 Mitglieder in der BiB-Arena zu einer interfraktionellen Sitzung getroffen und danach mit einem Corona-Ausbruch für überregionale Schlagzeilen gesorgt.

Präsenzveranstaltungen sind seitdem kein Thema mehr und die zu fassenden Beschlüsse werden im Umlaufverfahren eingeholt. „Ein riesiger Aufwand“, kommentiert Bürgermeister Hermann Block das Prozedere. „Das, was in einer Viertelstunde abgearbeitet werden kann, dauert jetzt Tage, aber das ist eben nicht zu ändern und zum jetzigen Zeitpunkt der richtige Weg“, so der Verwaltungschef, der sich selbst infiziert hatte.

Maßgeblicher Grund, die interfraktionelle Sitzung Ende Februar einzuberaumen, war neben der Vorstellung der neuen „Kita für alle“ des Altenoyther Caritas-Vereins das sogenannte Dichtekonzept. Dabei geht es um eine nachbarschaftsverträgliche Nachverdichtung in Wohngebieten aus den 60er und 70er Jahren mit vorwiegend Einfamilienhäusern, die die Siedlungsstruktur prägen.

Bürgerbeteiligung als Veranstaltung nicht in Sicht

Ärger und Proteste hatte es 2020 gegeben, als dort Investoren mit kompakten Mehrfamilienhäusern inklusive Staffelgeschoss vorhandene Baulücken füllten. Rechtlich nicht zu beanstanden, denn die alten Pläne lassen Maximales zu.

Ein Planungsbüro ist nun mit der Erstellung des Konzepts beschäftigt, das die geforderten Einschränkungen beinhaltet. „Wir wissen, was wir wollen“, so Block. Und das ist aus Sicht der Gemeinde schon jetzt förderlich, um mit „deutlich mehr Begründungen“ den aktuell laufenden Anträgen für Großbauten über eine Veränderungssperre entgegenzutreten.

Allerdings: Die von Verwaltung und Fraktionen favorisierte und geplante Bürgerbeteiligung in Form einer öffentlichen Veranstaltung mit kalkulierten 200 Personen kann es coronabedingt nicht geben. Das Thema mit Beschlussfassung und Bauleitverfahren wird deshalb bis nach den Sommerferien und damit in die neue Ratsperiode verlegt und erst dann gelten die neuen Baurechte in den alten Gebieten.

In gerade besiedelten Arealen wie beispielsweise an der Jägerstraße sind Großbauten in festgelegten Quartieren möglich, dabei dürfen zwei Wohneinheiten jedoch nicht überschritten werden. Mit Ausnahme von Objekten an Rändern oder direkt an der Kreisstraße, in denen vier Wohneinheiten zulässig sind, um damit nach Ansicht der Gemeinde auch eine Lärm-Schutzfunktion vorzunehmen.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung 

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Großbauten in Bösel werden erst für neuen Rat wieder ein Thema - OM online