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Goldenstedter Seniorenheim bekommt Nachbarn

Südlich des Hauses St. Franziskus soll ein neues Wohngebiet entstehen. Damit befasste sich nun der Gemeinderat.

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Bald rücken die Maurer an: In Goldenstedt sollen neue Häuser entstehen. Symbolfoto: dpa/Dittrich

Bald rücken die Maurer an: In Goldenstedt sollen neue Häuser entstehen. Symbolfoto: dpa/Dittrich

In Goldenstedt soll bald „Wohnen am Mehrgenerationenpark“ möglich sein. Die Mitglieder des Rates haben sich in ihrer Sitzung mit dem entsprechenden Bebauungsplan befasst und ihn schließlich einstimmig beschlossen. Zwischen dem Alten- und Pflegeheim St. Franziskus und der Huntestraße soll ein allgemeines Wohngebiet entstehen.

Südlich des Seniorenheims wird demnach eine eingeschossige Bebauung mit einer maximalen Gebäudehöhe von 8,50 Meter und einer Grundflächenzahl von 0,6 festgesetzt. Das bedeutet konkret, dass 60 Prozent der Fläche bebaut werden dürfen. Der Goldenstedter Bauamtsleiter, Michael Wübbelmann, erklärte, dass diese Zahl so hoch sei, weil an dieser Stelle kleinere Grundstücke für Einfamilien- und Doppelhäuser vorgesehen seien.

Die Erschließung des Plangebietes erfolgt über eine Planstraße (Franziskusstraße), die nördlich an die Huntestraße anschließt. Ein Fuß- und Radweg entlang der Huntestraße ist bereits eingeplant. 

Wie sieht es mit Schottergärten aus?

Östlich der Planstraße wird eine zweigeschossige Bebauung erlaubt sein. 40 Prozent der Fläche dürfen dort bebaut werden. Die maximale Gebäudehöhe ist auf 10 Meter festgesetzt. Das gilt auch westlich dieser Planstraße.

„Was zählt alles zur überbauten Fläche?“, wollte der Ratsvorsitzende Rudolf Aumann (CDU) wissen und führte Pflasterungen und sogenannte Schottergärten als mögliche Beispiele an. Bauamtsleiter Wübbelmann betonte, dass Schottergärten nach dem Bauordnungsrecht gar nicht zulässig seien, da Flächen, die nicht für die Bebauung vorgesehen seien, grün gestaltet werden müssen – darunter würden Schottergärten nicht fallen.

Schallschutzwände gegen möglichen Lärm

Wübbelmann führte aus, dass die sogenannte Grundflächenzahl – als Beispiel nannte er 0,4 – für alle Bauvorhaben auf der Fläche maßgeblich sei, wenn dies in den Festsetzungen so formuliert sei. Darunter würden dann nicht nur das Hauptgebäude, sondern auch alle Nebengebäude, Zufahrten oder Terrassen fallen. In dem vorliegenden Bebauungsplan gebe es allerdings keine entsprechende Festsetzung. Da gelten die 40 Prozent für das Hauptgebäude. Nebengebäude und Zufahrten können 50 Prozent über die Grundflächenzahl hinausgehen, sagt der Bauamtsleiter. In dem Beispiel hieße das dann, dass mit Zufahrt und einer Garage 60 Prozent der Fläche bebaut werden dürfte.

Wer dies am Ende kontrolliere, wollte Aumann noch wissen. Wübbelmann erläuterte, dass die Gemeindeverwaltung mit dem Bebauungsplan den Rahmen festsetze. Ob die Festsetzungen eingehalten werden, prüfe der Landkreis schließlich bei der Überprüfung des Bauantrags.

Um eine mögliche Lärmbelästigung zu verhindern, werden für das neue Wohngebiet außerdem Schallschutzmaßnahmen – wie die Errichtung von Schallschutzwänden –  geplant, erklärte der Bauamtsleiter.  Ratsmitglied Martin Meyer (CDU) warf ein, dass diese geplanten Schallschutzwände seines Wissens nach von der Gemeinde gebaut werden und diese somit Mitspracherecht beim Aussehen habe. Wübbelmann bestätigte dies, worauf Elisabeth Wübbeler (CDU) fragte, ob horizontale Gärten entlang der Schallschutzwände möglich seien. Wübbelmann verwies darauf, dass entsprechende Vorschläge bezüglich der Gestaltung der Schallschutzwände noch unterbreitet werden. Wann die Schallschutzmaßnahmen umgesetzt werden, steht allerdings noch nicht fest.

Kompensation in der Nähe möglich

Der Bauamtsleiter ließ die Ratsmitglieder außerdem wissen, dass nach der Auslegung eine private Kompensationsregelung vorgeschlagen wurde. Es handele sich um 2 Flächen südlich des Planbereichs, die momentan noch landwirtschaftlich genutzt werden und ökologisch aufgewertet werden sollen. Wie das genau aussehen soll, müsse der Eigentümer gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer und dem Landkreis Vechta klären, so Wübbelmann. Da aktuell noch nicht festgestellt werden könne, wie hoch die Aufwertung ausfällt, soll ein eventuell verbleibendes Defizit über den Naturschutzfachlichen Ersatz- und Ausgleichsfonds des Landkreises Vechta (NEF) abgegolten werden. Der Bauamtsleiter bezeichnete es als Vorteil, dass die Kompensation vor Ort in der Nähe des Plangebiets möglich sei.

Antonius Meyer (Grüne) erkundigte sich danach, ob die neuen Gebäude Schatten auf die bereits bestehenden Häuser oder das Haus St. Franziskus werfen würden. Das Seniorenwohnheim sei laut Bauamtsleiter nicht betroffen. Denn in dem Wohngebiet in direkter Nachbarschaft sei eine eingeschossige Bebauung geplant. Außerdem lägen zwischen dem Haus St. Franziskus und dem Baugebiet etwa 11,5 Meter. Er gab jedoch zu, dass es in dem Gebiet möglich sei, in dem die Häuser bis zu 10 Meter hoch gebaut werden dürfen. Ordnungstechnisch sei das aber durch entsprechende Abstände geregelt, versicherte der Verwaltungsmitarbeiter.

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