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Goldenstedter Ortskernsanierung steht in den Startlöchern

Die Mitglieder des Gemeinderates haben die Detailplanung abgesegnet. Nun steht das Langzeitprojekt kurz vor der Durchführung.

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Die Ampel weicht einem Kreisverkehr. Foto: Heinzel

Die Ampel weicht einem Kreisverkehr. Foto: Heinzel

Im kommenden Jahr kann die Ortskernsanierung in Goldenstedt starten. Nach jahrelangen Planungen und Beratungen verabschiedeten die Mitglieder des Gemeinderats in ihrer letzten Sitzung dieser Wahlperiode mehrheitlich – bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung – die aktuelle Detailplanung und sprachen sich für die Durchführung aus.

Wie Ratsvorsitzender Rudolf Aumann (CDU) einleitete, sei in dieser Angelegenheit schon mehrfach getagt worden. „Nun ist es Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen“, sagte er. Auch Bürgermeister Alfred Kuhlmann sprach von einem „zukunftsträchtigen Thema“ und warf einen kurzen Blick in die Vergangenheit. So sei seinerzeit ein Rahmenplan erstellt sowie Fördermittel beantragt worden – die letztlich aus dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ auch fließen.

"Großer Wurf" für die Gemeinde

Das Planungsbüro Bockermann Fritze habe mit der Rahmenplanung als Grundlage letztlich die Detailplanung erstellt, ließ der Bürgermeister wissen. Dabei seien mehrere Ziele in den Vordergrund gestellt worden. So sei festgestellt worden, dass es dringend erforderlich sei, mehr Grün im Ortskern zu integrieren. Eine klare Verkehrsführung für Autofahrende wie auch für Menschen, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs seien, sei ebenso wichtig wie die Schaffung zusätzlicher Aufenthaltszonen, sogenannte „Wohlfühlzonen“, wie Kuhlmann sie nannte. Überdies werden ausreichend Parkmöglichkeiten, mit Zugang zu E-Ladestationen, für die Geschäfte geschaffen.

Erste Abstimmungsgespräche haben bereits stattgefunden, sagte Kuhlmann. Bislang sehe es vielversprechend aus. „Die Planung steht“, so Kuhlmann und bezeichnete es als „großen Wurf“ für die Gemeinde. Die Detailplanung liefere die Grundlage für die Weiterentwicklung Goldenstedts für die nächsten 20 bis 30 Jahre.

Auf Wunsch von Antonius Meyer (Grüne) stellte der Bürgermeister die aktuelle Planung noch einmal kurz vor. Der fragliche Sanierungsabschnitt erstreckt sich von der Landbäckerei Diekhaus im Norden bis zur Kreuzung Vechtaer Straße im Süden. Im Bereich der Bäckerei werden ein paar Parkplätze direkt an der Straße eingerichtet, ließ Kuhlmann wissen, ebenso an der Gartenstraße. Für Radfahrerinnen und -fahrer sowie Fußgängerinnen und -gänger werde es Straßenführungen geben. Der Fuß- und Radweg werde auf einer Breite von 3 Metern angelegt.

Kreisverkehr soll Verkehrssituation beruhigen

Eine der grundlegenden Veränderungen ist, dass die Parkplätze an der Straße auf die gegenüberliegende Seite – also direkt vor den Geschäften – verlegt werden, erklärte Kuhlmann. In Höhe der Volksbank soll eine neue Regelung für die Parkplätze greifen, damit diese im hinteren Bereich vermehrt genutzt werden. Dafür werde sich noch mit der Bank abgesprochen, wie die Zu- und Abfahrt abschließend verlaufen soll und das „Gewusel“ weniger wird. Weitere 20 bis 22 Parkplätze mit E-Ladestationen soll es im Tangen Weg geben.

Grafik: Planungsbüro Bockermann Fritze  Gemeinde Goldenstedt  Bearbeitung: von der Heide Grafik: Planungsbüro Bockermann Fritze / Gemeinde Goldenstedt / Bearbeitung: von der Heide 

Eine „riesige Veränderung“ stellt der Kreisverkehr dar, der vor dem Rathausvorplatz die Verkehrssituation an der Kreuzung entspannen soll, wie Kuhlmann ausführte. Auf dem Rathausvorplatz, der dann nur noch einseitig befahren werden kann, ist eine Aufenthaltszone vorgesehen. Die Parkplätze, die dort aktuell noch zur Verfügung stehen, wird es künftig nicht mehr geben. Lediglich ein paar Parkplätze längs der Straße sowie Behinderten- und Kurzzeitparkplätze, um schnell die Bank oder die Apotheke zu erreichen, soll es noch geben. Damit soll eine „Wohlfühlzone“ vor dem Rathaus erzielt werden. Im Bereich ehemals Haus Fredelake (gegenüber von Schreibwaren Peschke) sollen 6 bis 8 neue Parkplätze entstehen.

Ratsmitglieder bewerten Planung mehrheitlich positiv

Mit einer Breite von 6 Metern soll auf der Fahrbahn problemlos Begegnungsverkehr möglich sein, so Alfred Kuhlmann. Außerdem wird eine Tempo-30-Zone eingerichtet. Bei der Zuwegung zur Kirchstraße ist ebenfalls eine „Verweilzone“ vorgesehen – mit Grünflächen, Parkplätzen und Sitzbänken. Gegenüber des Restaurants „Zur Schmiede“, im Bereich des Mehrgenerationenparks, werde es ebenfalls mehr Grünflächen geben. Außerdem soll der Zaun dort ersetzt werden. Der Fuß- und Radweg erstreckt sich bis zur Vechtaer Straße. Dort werde die Verkehrssituation wegen eines bestehenden Gebäudes weiterhin beengt sein.

Die Planung sei „toll gemacht“, konstatierte Dieter Rohnstock, Fraktionsvorsitzender der IGG. Die Ortskernsanierung sei ein „großes Objekt“ für die Gemeinde. Die Planungen und Beratungen seien bislang einvernehmlich und ohne große Differenzen im Rat verlaufen. Ein Knackpunkt sei der Rathausvorplatz gewesen, den sich die IGG-Fraktion autofrei wünschte. Aber die generelle Verkehrsführung ziele nicht mehr darauf ab, dem Auto Vorrang zu gewähren, sondern es sei ersichtlich, dass auch Radfahrende sowie Fußgängerinnen und –gänger Bestandteil der Infrastruktur sind, hob Rohnstock hervor. Die Zuschüsse seien seiner Ansicht nach gut angelegt.

Martin Meyer (CDU) wertete vor allem die Bürgerbeteiligung als positiv. Es sei ein Sanierungsbeirat eingeführt und die Wünsche des Handels- und Gewerbevereins (HGV) berücksichtigt worden. So sei die Detailplanung der Ortskernsanierung nicht nur im Sinne des Rates, sondern der ganzen Gemeinde. Sein Fraktionskollege Otto Themann erwähnte, dass die Goldenstedter Ortsdurchfahrt schon vor 20 Jahren Thema gewesen sei und nun eine schöne Lösung auf den Weg gebracht werde.

Antonius Meyer sieht zu wenig Bürgerbeteiligung

Auch Hans-Georg Lück (SPD) war der Ansicht, dass ein „großer Wurf“ gelungen sei und hob die Bürgerbeteiligung hervor. Er verhehlte nicht, dass im Zuge der Arbeiten sicherlich einige Einschränkungen auf die Bürgerinnen und Bürger in den nächsten Jahren zukommen werden. Heinrich Niemann ließ wissen, dass er nur Positives an der Planung sehe und dass die FDP-Fraktion „mit Überzeugung“ der Durchführung der Ortskernsanierung zustimmt.

Antonius Meyer sah dies anders. Er ließ wissen, dass er nicht zustimmt – mit der Begründung, dass er den Eindruck habe, dass die Bürgerinnen und Bürger in der Endphase zu wenig in die Planung eingebunden worden seien. Seiner Ansicht nach sei das Thema in zu vielen nicht-öffentlichen Sitzungen behandelt worden. Das wollte Bürgermeister Alfred Kuhlmann so nicht im Raum stehen lassen. Schließlich sei seinerzeit der Sanierungsbeirat gegründet und beteiligt worden. Der HGV habe sein „Go“ für diese Planung geben, in den Fraktionen und mit den Grundstückseigentümern sei darüber gesprochen worden. Überdies habe es immer das Angebot gegeben, sich die Planungen zeigen zu lassen. Es habe nach Ansicht des Bürgermeisters eine „intensive Beteiligung“ Dritter gegeben.

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